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Die Modifikation

Bei der Modifikation werden aus raffinierten Ölen feste Fette, die auch noch den letzten Rest der Natürlichkeit verloren haben. Das bekannteste Endprodukt ist die Margarine, aber Chemie und Technik machen auch ganz andere Anwendungszwecke möglich.

„Spezifische Wünsche? Kein Problem! Man kann beispielsweise dafür sorgen, dass das Fett in der Pfanne nicht spritzt. Es soll aber so schäumen wie Butter? Selbstverständlich ist auch dies auf chemischem Wege möglich. Farbe und Aroma können der Butter angeähnelt werden. Das Fett kann schmelzig  sein,   robust,   anpassungsfähig, streichzart, sommerfrisch, kernig... alles, alles ist machbar“.

 

Dr. med. O. Bruker, Ilse Gutjahr, „Cholesterin, der

lebensnotwendige Stoff“, emu-Verlag 2002, S. 93

Grafik zur Margarineherstellung

a)      Winterisierung: Bei Kühlschranktemperatur kann es bei manchen Speiseölen zu einer Ausflockung von Wachsen und hochschmelzenden Glyceriden kommen. Das Öl wird auf 6-10°C abgekühlt und die Trübstoffe abgefiltert. Zusätzlich können noch Lösungsmittel verwendet werden. Nötig ist diese Prozedur nicht, da diese Schwebstoffe völlig natürlich sind und nur irrtümlicherweise vom Verbraucher als Verderb gewertet werden.  

b)     Härtung (Hydrierung): Bei der Härtung werden nicht einzelne Fettsäurearten abgetrennt, sondern die Fettsäuren chemisch verändert. Dazu werden die freien Doppelbindungen der ungesättigten Fettsäuren mit Wasserstoffteilchen besetzt. Die Anlagerung erfolgt innerhalb von ca. 90 Minuten  bei Temperaturen von 100-200° C, hohem Druck und Nickel-Katalysatoren zur Beschleunigung. Bei vollständiger Härtung sind alle Doppelbindungen mit Wasserstoff besetzt. Möchte man ein flüssigeres Fett, bricht man den Prozess ab und kann so Fette mit jedem beliebigem Schmelzpunkt herstellen. Diese Teilhärtung (z. T. gehärtet) erzeugt am meisten problematische trans-Fettsäuren. Eine Deklarationspflicht besteht nicht.

c)     Fraktionierung: Alle Fette und Öle bestehen aus einem Gemisch von gesättigten und ungesättigten Fettsäuren, die bei unterschiedlichen Temperaturen schmelzen. Möchte man z.B. aus einem Öl ein festes Fett machen, kann man durch Erwärmung und andere physikalische Verfahren die (flüssigen) ungesättigten Fettsäuren von den gesättigten Fettsäuren abtrennen.  

d)     Umesterung: Ebenfalls ein chemisches Verfahren, bei dem durch Wärme und einem Katalysator (Natriummethylat) die Fettsäurenzusammensetzung verändert wird. Anders als bei der Härtung wird nicht Wasserstoff angelagert, sondern die einzelnen Bestandteile der Fettsmoleküle (3 Fettsäuren + ein Glycerinmolekül) getrennt und anschließend wieder zu einem neuen Triglycerid zusammengefügt. Auch hier kann maßgeschneidert der Schmelzpunkt verändert werden, die neue Fettsäure ist allerdings ein reines Kunstprodukt. 

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