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Die Verarbeitung der Öle und Fette
Die industrielle Ölherstellung
Heißpressung
Das
Herauslösen des Öls mit Chemikalien
Raffination
Entlecithinierung, Entschleimung,
Entsäuerung,
Entfärbung (Bleichung),
Desodorierung
Die
Modifikation
Winterisierung,
Härtung (Hydrierung),
Fraktionierung,
Umesterung
Die Verarbeitung der
Öle und Fette
Neben der Art der Fettsäuren, ist
die Fettqualität von größter Bedeutung. Industriell hergestellte
Fette und Öle haben häufig so viele Bearbeitungsschritte hinter
sich, dass sie als Träger von essentiellen Fettsäuren völlig
ungeeignet sind.
►Die Ölsamen werden erhitzt, mit Benzinfaktoren
wie
z.B. n-Hexan wird jedes noch so kleine Tröpfchen Fett aus den
Produkten herausgeholt (so wie wir Fettflecken mit Waschbenzin aus
Textilien entfernen). Danach wird das Öl (meist unter hohen
Temperaturen) raffiniert, entlezithiniert, entschleimt, entsäuert,
gebleicht, winterisiert und desodoriert.
►Wird dieses Öl zu
Spezialfetten oder Margarine weiterverarbeitet, muss es noch umgeestert und verfestigt werden. Bei der industriellen Härtung
werden die raffinierten Öle ca. 90 Minuten mit Hilfe von
Nickel-Katalysatoren, Druck und Hitze von 100-200° Celsius
verändert. Wenn die fettlöslichen Vitamine durch die Raffination
noch nicht zerstört wurden – jetzt sind sie kaum noch vorhanden.
„Durch diese Verarbeitungsschritte werden ungesättigte
Fettsäuren zu erbgutschädigenden und krebserregenden Giften. Ein
derartiges Öl ist ein Gift, das als Nahrungsmittel verkauft
wird“.
Christian Opitz, „Abkürzung in die Freiheit“,
Hans-Nitsch-Verlag 2001
Wichtig:
Unser Stoffwechsel baut die
zugeführten Fettsäuren (auch die schädlichen wie oxidierte- und
trans-Fettsäuren) in ungefähr dem Verhältnis in den Körper und
die Zellwände ein, wie sie in unserer Nahrung enthalten sind. Für
die Gesundheit ist deshalb nicht nur ein ausgewogenes Verhältnis
der Fettsäuren wichtig, sondern auch die Art und Weise der
Herstellung und wie sehr es uns gelingt, die Fettsäuren und
anderen Inhaltsstoffe zu erhalten.
Allerdings muss gesagt werden,
dass es auch bei industriell hergestellten Ölen mehr oder weniger
schonende Verfahren gibt und nicht jeder Hersteller holt mit
aggressiven Methoden auch noch das letzte Quäntchen Öl aus den
Samenkörnern heraus. Dem Verbraucher nützt das wenig, da es für
ihn kaum erkennbar ist.
►Für die allermeisten Öle und
Fettprodukte gilt, dass sie von einer „artgerechten“
Menschennahrung so weit entfernt sind, wie das Käfighuhn von der
traditionellen Tierhaltung im Freien.
Grafik zur
Ölherstellung

Grafik zur
anschließenden Margarineherstellung

►
Der Marktanteil von minderwertigen, erhitzten und
gehärteten Fetten wie Margarine, Backfetten und industriell
präparierten Öle stieg um 400 %.
Die industrielle Ölherstellung
Ein Kapitel,
das sehr viel mit Hitze und Chemie zu tun hat.
Die meisten der
auf dem Markt befindlichen Öle werden
►mehrmals Temperaturen von
100 bis 280° C ausgesetzt. Dadurch werden Fettsäuren in ihrer
Struktur verändert und der Anteil der wertgebenden
Fettbegleitstoffe reduziert sich drastisch. Das sind Vitamine E,
beta-Carotin, Enzyme, Lecithin, sekundäre Pflanzenstoffe und
andere bioaktive Substanzen, denen vielfältige positive Wirkungen
zugeschrieben werden.
Zusätzlich
bestimmen immer mehr Lebensmittelchemiker, wie ein Fett auszusehen
hat. Es ist schon bewundernswert, welche Mittel der
Lebensmitteltechnologie heutzutage zur Verfügung stehen, um aus
einem gesunden Lebensmittel ein ungesundes Speiseöl oder ein
völlig denaturiertes Fettprodukt herzustellen.
►So sind
industriell hergestellte Öle und Fette nicht nur durch die
zugeführt Hitze geschädigt, sondern auch durch die vielfachen
chemischen Manipulationen vergiftet. Die Natur oder die
Natürlichkeit spielt hier keine oder eine untergeordnete Rolle.
1.
Heißpressung
Kern- und Samenöle
haben starke Zellwände, die die Ölausbeute bei der Kaltpressung
auf etwa 30 - 60 % reduzieren. Das Vorwärmen erleichtert den
Austritt des Öls, sodass sich die Ausbeute auf 95-99% erhöht. Die
Dauer dieser Prozedur beträgt ca. 1-2 Stunden bei Temperaturen
zwischen 80 und 170° Celsius.
2.
Das Herauslösen des Öls mit Chemikalien
Diese Prozedur
wird sehr oft mit der Kalt- und Heißpressung kombiniert, um dem
übrig gebliebenen Presskuchen noch den letzten Rest Öl zu
entziehen. Es können aber auch alle üblichen Ölsaaten direkt, also
ohne vorherige Pressung, extrahiert werden.
►Auch vermeintlich
hochwertige Öle können davon betroffen sein, wenn sich durch die
Pressung nur wenig Ausbeute erzielen lässt (z.B. Traubenkernöl).
Die Saaten werden
zerkleinert oder gemahlen und
auf 60 -
70° C erhitzt. Danach werden die Ölbestandteile mit Hilfe
chemischer Lösungsmittel, wie n-Hexan oder Leichtbenzin,
extrahiert (herausgezogen). Die giftigen Lösungsmittel werden vom
Öl getrennt, indem man das Gemisch wieder auf ca. 150° C erhitzt.
Auch wenn hierbei die Lösungsmittel verdampfen, Rückstände können
dennoch in den Ölen verbleiben und werden bei Untersuchungen auch
gefunden.
Aber selbst wenn keine Spuren mehr nachgewiesen werden können, ist
das noch lange keine Gewähr dafür, dass die Fettverarbeitung mit
chemischen Lösungsmitteln unschädlich ist. In der Homöopathie ist
bekannt, dass selbst wenn ein Stoff nicht mehr nachweisbar ist,
die positiven aber auch negativen Wirkungen energetisch erhalten
bleibt. Außerdem sind Fettsäuren keine tote Materie. Wer vermag
schon ausschließen, dass sich gewisse Eigenschaften bereits
während des Kontakts verändern. Bei einem Sonnenbrand kann man
auch kein Sonnenlicht in den Hautzellen finden - die Auswirkungen
sind aber deutlich sichtbar.
Tatsache ist, dass das so gewonnene
Öl
-
eine Vielzahl von
übel schmeckenden und schlecht riechenden Stoffen enthält
-
mit giftigen Stoffen belastet ist
-
chemisch veränderte und
oxidierten Fettsäuren enthält
Es muss daher
durch die Raffination wieder aufgepäppelt werden.
3.
Raffination
Hinter diesem
Begriff verbergen sich eine ganze Reihe weiterer chemo-technischer
Verfahren. Diese Verfahren haben vor allem einen Zweck: Ohne
Rücksicht auf Verluste wird das Öl für den Handel und die
industrielle Weiterverarbeitung optimiert oder wie es in der
Nahrungsmittelindustrie liebevoll heißt „veredelt“.
-
Ungenießbare
Stoffe werden entfernt.
-
Es soll auch bei
längerer und unsachgemäßer Lagerung haltbar sein.
-
Für die
Weiterverarbeitung in andere Produkte ist es wichtig, dass das Öl
weitgehend farblos, hell, geschmacksneutral und frei von
Fettbegleitstoffen ist. Das vereinfacht den Handel und der
Grundstoff ist vielfach verwendbar.
Ziel der Raffination ist ein möglichst reines Öl. Bei dem Prozess
werden auch Proteine und DNA zerstört. Aus diesem Grund
unterscheiden sich raffinierte Öle aus gentechnisch veränderten
Ölsaaten (Soja, Raps, Mais, Baumwollsaat) in der Regel nicht von
jenen aus konventionellen Pflanzen.
Quelle:
bioSicherheit.de unter dem Stichwort „Raffination“
Lecithin sondert
sich bei längerer Lagerung ab, so dass sich das Öl etwas eintrübt.
Es wird mit Wasser verrührt und dadurch abgetrennt. Als
„Abfallprodukt“ kann es anderweitig verwendet werden. Zum Beispiel
als Nahrungsergänzung, um die Funktion des Gehirns und der Nerven
zu verbessern oder als Emulgator in der Kosmetikindustrie.
b)
Entschleimung
Raffinieren heißt
reinigen. Das nimmt die Industrie wörtlich. Da sich auch Wachse,
Schleimstoffe auf Protein- und Kohlenhydratbasis und weitere
Fettbegleitstoffe auf dem Flaschenboden absetzen können, werden
diese durch Filtration, Zentrifugation und der Zugabe von
Phosphorsäure entfernt.
►Wichtig: Hochwertige Öle sind nie
völlig klar. Die Trübung ist ein Qualitätszeichen.
c)
Entsäuerung
Durch die Erhitzung und chemischen Belastungen, aber auch durch
die Verwendung minderwertiger Rohstoffe entstehen freie
Fettsäuren, die unangenehm kratzig schmecken
und den Verderb beschleunigen würden. Um dies zu verhindern, ist
die Natronlauge hilfreich. Die freien Fettsäuren reagieren mit der
Lauge und die entstehende Natriumseife kann als "Soapstock" mit
Hilfe von Separatoren abgetrennt werden. Umweltfreundliche
Ölmühlen setzen statt der Natronlauge Dampf ein, der bis zu 200°
Celsius erhitzt wird.
d)
Entfärbung (Bleichung)
Selbst die
wertvollen sekundären Pflanzenfarbstoffe wie Carotine und
Chlorophylle gelten als lästig und werden mit Salzsäure
vorbehandelter Bleicherde oder mit Aktivkohle bei etwa 110°
Celsius gebunden und herausgefiltert. Als Beispiel: Sind im
Sonnenblumenöl vor der Bleichung noch 10-20 ppm Chlorophyll
enthalten, sind es danach nur noch 0,02 ppm. Dadurch gehen eine
ganze Reihe von gesundheitlich positiven Wirkungen verloren, denn
Chlorophyll hat antioxidative, antibakterielle, entgiftende und
blutbildende Fähigkeiten.
e)
Desodorierung
Das Produkt darf
natürlich auch nicht arteigen riechen oder schmecken. Bei
Temperaturen von 240°C bis 280°C und einer Erhitzungsdauer von
mehreren Stunden trennt heißer Wasserdampf flüchtige Verbindungen
von nicht flüchtigen. Das sind Geruchs- und Geschmackstoffe, freie
Fettsäuren, aber auch ca. 20% der Tocopherole (Vitamin
E),
Carotinoide und
andere Vitalstoffe. Das Öl ist nun geruchlos, geschmacksneutral
und lange haltbar. Jeder der sich näher mit Ölen beschäftigt hat
und jede(r) Koch und Köchin weiß, dass selbst spezielle
Frittierfette nur Temperaturen bis zu 240 °C vertragen, ohne
gesundheitsschädliche Stoffe zu bilden. Einziger positiver Effekt:
Durch die thermische
Zersetzung werden Peroxide abgebaut,
Giftstoffe und
Rückstände von Pflanzenschutzmitteln werden ebenfalls reduziert.
Heißer Dampf
Einige Minuten
bei 200° Celsius machen den meisten Ölen nichts aus.
Laborversuche mit höheren Temperaturen und länger dauender Hitze
ergaben jedoch, dass sich bei aggressiveren Verfahren ein Drittel
der alpha-Linolensäure zu trans-Linolensäure umwandelt.
Quelle: „Fett!“,
Ulrike Gonder, Hirzel Verlag, 2004, S. 153
4.
Die Modifikation
Bei der Modifikation werden aus raffinierten Ölen feste Fette, die
auch noch den letzten Rest der Natürlichkeit verloren haben. Das
bekannteste Endprodukt ist die Margarine, aber Chemie und Technik
machen auch ganz andere Anwendungszwecke möglich.
„Spezifische
Wünsche? Kein Problem! Man kann beispielsweise dafür sorgen, dass
das Fett in der Pfanne nicht spritzt. Es soll aber so schäumen
wie Butter? Selbstverständlich ist auch dies auf chemischem Wege
möglich. Farbe und Aroma können der Butter angeähnelt werden. Das
Fett kann schmelzig sein, robust, anpassungsfähig,
streichzart, sommerfrisch, kernig... alles, alles ist machbar“.
Dr. med. O.
Bruker, Ilse Gutjahr, „Cholesterin, der
lebensnotwendige
Stoff“, emu-Verlag 2002, S. 93
a)
Winterisierung:
Bei
Kühlschranktemperatur kann es bei manchen Speiseölen zu einer
Ausflockung von Wachsen und hochschmelzenden Glyceriden kommen.
Das Öl wird auf 6-10°C
abgekühlt und die Trübstoffe abgefiltert. Zusätzlich können noch Lösungsmittel verwendet
werden. Nötig ist diese Prozedur nicht, da diese Schwebstoffe
völlig natürlich sind und nur irrtümlicherweise vom Verbraucher
als Verderb gewertet werden.
b) Härtung
(Hydrierung):
Bei der Härtung werden nicht
einzelne Fettsäurearten abgetrennt, sondern die Fettsäuren
chemisch verändert. Dazu werden die freien Doppelbindungen der
ungesättigten Fettsäuren mit Wasserstoffteilchen besetzt. Die
Anlagerung erfolgt innerhalb von ca. 90 Minuten bei Temperaturen
von 100-200° C, hohem Druck und Nickel-Katalysatoren zur
Beschleunigung. Bei vollständiger Härtung sind alle
Doppelbindungen mit Wasserstoff besetzt. Möchte man ein
flüssigeres Fett, bricht man den Prozess ab und kann so Fette mit
jedem beliebigem Schmelzpunkt herstellen. Diese Teilhärtung
(z. T. gehärtet) erzeugt am meisten problematische
trans-Fettsäuren. Eine Deklarationspflicht besteht nicht.
c) Fraktionierung:
Alle Fette und Öle
bestehen aus einem Gemisch von gesättigten und ungesättigten
Fettsäuren, die bei unterschiedlichen Temperaturen schmelzen.
Möchte man z.B. aus einem Öl ein festes Fett machen, kann man
durch Erwärmung und andere physikalische Verfahren die (flüssigen)
ungesättigten Fettsäuren von den gesättigten Fettsäuren abtrennen.
d) Umesterung:
Ebenfalls ein
chemisches Verfahren, bei dem durch Wärme und einem Katalysator (Natriummethylat)
die Fettsäurenzusammensetzung verändert wird. Anders als bei der
Härtung wird nicht Wasserstoff angelagert, sondern die einzelnen
Bestandteile der Fettsmoleküle (3 Fettsäuren + ein
Glycerinmolekül) getrennt und anschließend wieder zu einem neuen
Triglycerid zusammengefügt. Auch hier kann maßgeschneidert der
Schmelzpunkt verändert werden, die neue Fettsäure ist allerdings
ein reines Kunstprodukt.
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