Positiv im Sport und für die
körperliche Fitness
Viele Sportler
pflegen einen mageren Umgang mit Fetten. Dabei benötigen gerade
Athleten, um Kraft und Ausdauer zu steigern,
mehrfach ungesättigte
Fettsäuren. Diese erhöhen die Sauerstoffaufnahme und damit die
Energieproduktion, sind wichtige Bausteine der Energiegewinnung in
den Muskelfasern und fördern die Erholung, da auch hier Sauerstoff
eine wichtige Rolle spielt.
Warum Feldhasen Supersprinter sind
Der heimische
Feldhase ist mit bis zu 80 km/h eines der schnellsten Landtiere
der Welt. Kurzzeitig können sie selbst die schnellste Hunderasse,
den Greyhound (max. 70 km/h), locker abhängen. Das
Forschungsinstitut für Wildtierkunde der Veterinärmedizinischen
Universität Wien wollte genau wissen, warum Feldhasen perfekte
Schnellläufer sind. Neben den für den Sprint optimal ausgelegten
Muskeln, Sehnen und stark verlängerten Hinterbeinen, gibt es noch
einen weiteren Grund: In den äußeren Umhüllungen der Muskelzellen
ist mit 66% ein extrem hoher Anteil an mehrfach ungesättigten
Fettsäuren eingelagert. Bei den langsameren Kaninchen lagen die
Werte wesentlich niedriger.
"Sie sorgen dafür, dass in den sogenannten Mitochondrien, den
Kraftwerken der Zellen der Grundstoffwechsel erhöht wird. Das ist
so ähnlich wie das Standgas von einem Auto bei Leerlauf. Auch
wenn keine Arbeit geleistet wird, wenn der Muskel sich nicht
bewegt, wird trotzdem der Stoffwechsel am Laufen gehalten und das
ermöglicht es den Tieren, wenn z. B. schnelle Flucht erforderlich
ist, schnell den Stoffwechsel hochfahren, schnell mehr Energie
bereitstellen und das ist natürlich eine gute Sache, sowohl für
ein Tier, das flüchten muss, wie auch für Räuber."
Quelle: Thomas Ruf, Forschungsinstitut für
Wildtierkunde und Ökologie, Wien
Der hohe Anteil an
mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist damit zu erklären, dass
Tiere, die auf Schnelligkeit angewiesen sind, instinktiv auf Grünfutter und Wildpflanzen zurückgreifen, die einen besonders
hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren haben. Zwar kann man
diese Erkenntnisse nicht 1:1 auf den Menschen übertragen, aber
auch Sportler sollten Fett nicht nur als lästigen Energiespeicher
betrachten.
Mehrfach
ungesättigte Fettsäuren
-
verbessern die
Sauerstoffversorgung im
Körper und damit einen der wichtigsten Faktoren für Leistung,
Kraft und Erholung
-
vermindern entzündliche Prozesse und fördern
die Durchblutung der belasteten Muskeln, Bänder, Sehnen und
Gelenke (Omega-3-Fettsäuren und die
gamma-Linolensäure)
-
stärken zusammen mit
Vitamin E das
Immunsystem und wirken gegen freie Radikale, die beim Sport
zwangsläufig entstehen
-
erhalten die Geschmeidigkeit und
Elastizität
der Zellmembranen, wodurch sich die strukturelle Funktionalität
und Leistungsfähigkeit des Gewebes verbessert und das
Verletzungsrisiko sinkt
-
sind eine wichtige Energiereserve in den
Muskelfasern
Ungesättigte Fette verbrennt der
Körper auch nach dem Sport weiter
„Das berichten amerikanische Sportmediziner im Fachblatt "Medicine
& Science in Sports and Exercise" (Bd. 11, S. 1757). Doch selbst
intensiver Sport regt den Stoffwechsel nicht dazu an, auch
verstärkt gesättigte Fette abzubauen.
Die Forscher um Dale Schoeller von der Universität Wisconsin
untersuchten die Verbrennung der verschiedener Fettarten nach
gemäßigter und anstrengender Bewegung. Nach den Übungen sollten
die Versuchspersonen Mahlzeiten mit bestimmten Mengen gesättigter
und ungesättigter Fette essen. Eine halbe Stunde später
analysierten die Sportmediziner die Verbrennung der
unterschiedlichen Fette.
Dabei fanden sie heraus, dass die ungesättigten Fette am besten
nach anstrengender Bewegung verbrannt werden. Diese Fette stammen
hauptsächlich aus pflanzlichen Produkten. Auf den Abbau der
gesättigten Fette, die in
Fleisch und Milch enthalten sind,
zeigte hingegen selbst anstrengender Sport keine fördernde
Wirkung.“
Quelle: Teresa Baethmann,
„Ungesättigte
Fette verbrennt der Körper auch auf dem Sofa weiter“,
Wissenschaft.de,
02.12.2002
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