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Fettsäuren – Balsam für die Haut

Man kann der Haut zwar von außen wichtige Nähr- und Vitalstoffe zuführen, die zentrale Vorraussetzung für eine gesunde Haut ist aber eine gesunde Ernährung. Der Hauptgrund liegt in der Art und Weise wie sich diese regeneriert. Alle drei Schichten der Haut - Oberhaut (Epidermis), Lederhaut (Corium) und Unterhaut (Subcutis) - werden ausschließlich von innen nach außen neu aufgebaut.

Am wichtigsten für das Erscheinungsbild der Haut ist deshalb nicht die sichtbare Oberhaut, sondern vor allem die Leder- und Unterhaut.

  • Bindegewebe, Kollagen- und Elastinfasern bestimmen die Elastizität und die Spannkraft der Haut
     

  •  Talgdrüsen, Schweiß und Wasser produzieren den Hydrolipidfilm
     

  • Blutgefäße versorgen die Haut mit Nährstoffen
     

  •  durch die Nervenfasern werden Juckreiz übertragen oder Schmerzen ausgelöst
     

  •  Lymphgefäße reinigen die Haut von Krankheitserregern, Giftstoffen und Stoffwechselendprodukten
     

  •  hier wird der Schweiß für den nötigen Temperaturausgleich produziert
     

  •  Haarwurzeln haben Ihren Ursprung in den unteren Hautschichten

 

Ganz besonders empfindlich reagiert die Haut auf eine Unterversorgung mit Fettsäuren

 

Dies konnten Heidelberger Wissenschaftler an Mäusen feststellen, die durch einen Gendefekt den Hautstoffwechsel nicht mit langkettigen Fettsäuren versorgen können.

 

„Mäuse ohne Fatp4 (das Gen für den Fettsäuretransport) sind nicht lebensfähig und sterben direkt nach der Geburt. Sie haben eine ver-dickte, fast panzerartige Haut und können dadurch den Brustkorb nur sehr eingeschränkt bewegen, so dass sich ihre Lungen nicht vollständig entfalten. Außerdem verlieren die Mäuse neunmal soviel Wasser über die  Haut wie gesunde Tiere“.

 

Pressemitteilung: „Die Maus und der Panzer aus Haut“, Dr. Annette Tuffs, Universitätsklinikum Heidelberg, 25.03.2004

 

Als Forscher des Institut für Klinische Chemie der Universität Regensburg die Haut der Tiere genauer untersuchten, stellten sie fest, dass den hauteigenen Lipiden die langkettigen Fettsäuren fehlten, die laut Dr. Annette Tuffs die Haut „normalerweise geschmeidig und gleichzeitig robust machen“. Da bei allen Säugetieren die Haut in punkto Aufbau und Stoffwechsel sehr ähnlich ist, ist dies ein Zeichen für den großen Einfluss der essentiellen und langkettigen Fettsäuren auf die Hautgesundheit. Sind sie ausreichend vorhanden, ist die Haut gegen Krankheiten und vor dem Austrocknen besser geschützt, fehlen sie oder wird die Haut falsch gepflegt ist sie entsprechend anfällig.

 

Ein weiterer wichtiger Faktor bei Hautentzündungen, Schuppung, Krustenbildung und Neurodermitis ist die gamma-Linolensäure

 

Am häufigsten entsteht ein Fettsäurenmangel, weil wir zuwenig auf eine fettgesunde Ernährung achten und/oder wenn wir durch Wachstum, Krankheit, Stress oder Verdauungsstörungen einen höheren Bedarf haben. Bei der gamma-Linolensäure verhält es sich indes ähnlich wie bei den, von der Universität Heidelberg untersuchten Mäuse, es fehlt eine wichtige Vorraussetzung für den Fettstoffwechsel. Durch einen Enzymmangel kann der Organismus nur unzureichend oder überhaupt keine gamma-Linolensäure aus der Linolsäure bilden. Die Gründe können u.a. ein genetischer Defekt sein, Stoffwechsel- und Leberstörungen, Virusinfektionen und Ernährungsfehler. Auch mit zunehmendem Alter nimmt diese Fähigkeit ab, was die Hautalterung beschleunigt.

Der Haut fehlen aber nicht nur die Fettsäuren. Durch die gamma-Linolensäure werden auch verschiedene Gewebshormone, darunter auch Eicosanoide der Serie 1 (z.B. Prostaglandin E1), gebildet. Ein Mangel kann zu erheblichen Missempfindungen bis hin zu schweren Krankheiten führen.

 

Wichtige Funktionen von Prostaglandin E1 und der gamma-Linolensäure für die Haut

  • Stark entzündungshemmender Effekt. Sehr hilfreich bei trockener und juckender Haut, Neurodermitis, Arthritis, Gicht, entzündlichen Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn), Rheuma, Multiple Sklerose und Arteriosklerose.
     

  •  Aktiviert und unterstützt das Immunsystem. Gute Erfolge konnten bei allergischen Krankheiten wie Heuschnupfen, Asthma, Neurodermitis und verzögerter Wundheilung erzielt werden.
     

  •  Prostaglandine E1 sind beteiligt an der kontrollierten Talgabsonderung.
     

  •  Die Zufuhr von gamma-Linolensäure kann zu einer starken Reduktion des  transepidermalen Wasserverlusts beitragen.

Sonstige Wirkungen

  • Wirkt regulierend auf den Östrogenhaushalt. Borretschöl, Nachtkerzenöl, Hanföl und Schwarzkümmelöl, in denen die gamma-Linolensäure in hohen Konzentrationen enthalten ist, können bei längerer Einnahme das hormonelle Gleichgewicht bei Wechseljahrsbeschwerden wieder herstellen.
     

  • Reguliert und koordiniert zusammen mit anderen mehrfach ungesättigten Fettsäuren die Funktionen des Gehirns und der Nervenbahnen (Erfolge bei Hyperaktivität, Depressionen, geistiger Übererregtheit, bei Nervenfunktionsstörungen im Rahmen einer Diabetes).
     

  • Lindert entzündliche Beschwerden wie z.B. die der rheumabedingten Arthritis.
     

  • Hilft bei der Gewichtsabnahme, da es den Abbau von Fett aus den Fettzellen anregt.
     

  • Bei Alkoholentzug reduziert es die Entzugserscheinungen und hilft bei überhöhtem Alkoholgenuss die Leberwerte zu senken.
     

  • Wirkt sich wie die Omega-3 Fettsäuren positiv bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Arterienverkalkung aus.
     

  • Symptome des Raynaud Syndroms (permanentes Kältegefühl) können bei einer leichten Massage der Finger- und Zehenspitzen abgemildert werden.

„Durch Einnahme von gamma-Linolensäurehaltigem Nachtkerzensamenöl kann das Hautbild gebessert werden. Die Haut wird geschmeidiger, die Ekzeme gehen zurück. Der Erfolg der Therapie mit Nachtkerzensamenöl ist in mehr als 100 klinischen Tests in 21 Ländern nachgewiesen worden“.

 

Quelle: Berliner Heilpraktiker Nachrichten, 6/96 „Die Nachtkerze und ihre Heilwirkung“, Karen Grote, Prof. Dr. Heinrich Dapper

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