Frischer Fisch,
Fischölkapseln oder Pflanzenöle?
Inzwischen kämpfen die Inuit weniger mit der Kälte oder mit Walen
und Robben, sondern mit der schleichenden Vergiftung ihrer Umwelt.
Drei Faktoren
begünstigen dies
Laut
Wissenschaftlern und Umweltorganisationen müssten diese Tiere
eigentlich als Sondermüll entsorgt werden.
► Bereits Inuit-Babys
nehmen solche Konzentrationen an Giftstoffen auf, dass viele unter
ihnen an Kleinwuchs, häufigen Erkrankungen und langsamerer
geistiger Entwicklung leiden.
Der Grüne Punkt schreibt: "Das Meer entwickelt sich zunehmend zu
einem Endlager: Schadstoffe jeglicher Art verschwinden fast
unbemerkt unter der Wasseroberfläche, allenfalls Tankerunfälle
bewirken Proteste".
Auch Fischen außerhalb der Polargewässern geht es nur
wenig besser. Giftstoffe aus der Industrie, Landwirtschaft und
durch Verklappung gelangen in großem Umfang in die Meere. Durch
die extreme Verschmutzung der Meere sind Fischöl mit PCB´s,
Dioxinen, Furanen, radioaktiven Material, Schwermetallen
verseucht. Derzeit sind etwa 63.000 verschiedene Chemikalien
weltweit im Gebrauch. Davon gelten 4.500 Chemikalien als
Dauergifte da sie nicht abbaubar sind und sich daher im Gewebe
anreichern.
Die radioaktive Verseuchung der Meere hat mehrere Ursachen: Waren
es früher Atomtests, so ist es heute der Betrieb von
Atomkraftwerken. Doch die meisten radioaktiven Abfälle, die ins
Meer gelangen, stammen aus den atomaren Wiederaufbereitungsanlagen
im französichen La Hague und im englischen Sellafield. Große Teile
des Meeres sind dadurch vergiftet worden; so weitreichend, dass
selbst die Meeresalgen vor der Westküste Grönlands und der
norwegischen Küste noch Spuren von Radioaktivität aufweisen.
Quelle: Greenpeace
Am stärksten belastet sind fettreiche und große Tiere, wie der Lachs, da sich durch die Nahrungskette (großer Fisch isst
kleinen Fisch), die Konzentration der giftigen Chemikalien
multipliziert (Bioakkumulation). Deshalb sind der Fisch auf dem
Teller und auch die beliebten Omega-3 Kapseln aus Fischöl nicht
unproblematisch. Es mutet wie ein Kräftemessen an:
Umweltchemikalien gegen gesunde Fettsäuren. Es gibt allerdings
auch Fischölkapseln ohne größere Giftstoffbelastung. Der Nachteil:
Um die Giftstoffe zu entfernen, muss das Fischöl hocherhitzt
werden und da dabei ein Teil der Fettsäuren geschädigt werden
müssen diese durch ein weiteres Raffinationsverfahren wieder
entfernt werden.
Höchste Pharmazeutische Qualität oder Ungesund?
Mit Reinheit und Qualität werben die Fischölhersteller. So wie
beim isolierten Zucker, ist Fischöl aber nichts anderes als ein
chemisch reines Produkt, das irreversible denaturiert ist. Bei den
verschiedenen Herstellungsprozessen wie das Ausschmelzen,
Destillation, Dampf-Rückgewinnungs-Verfahren oder die
Superkritische Flüssigkeitsextraktio (SFE, Supercritical Fluid
Extraction) entstehen hohe Temperaturen und / oder Drücke.
-
Dies senkt den Vitalstoffgehalt extrem
-
Machen die Fettsäuren anfällig für Oxidationsprozesse
-
Verändert die Fettsäurenstruktur und fördert die Entstehung von
freien Fettsäuren
Auch wenn das Fischöl anschließend durch Chemie oder Hitze von
Giftstoffen und freien Fettsäuren "gereinigt" wird, ist es ein
reines Kunstprodukt. Frau Johanna Budwig schreibt dazu: "...
derartiges Fischöl ist sehr schädlich, sowohl für Mensch aus auch
Tier, da sie Funktionstüchtigkeit der Organe behindern und die
Leber vegiften" (Quelle: "Flax Oil As a True Aid Against Arthritis
Heart Infarction Cancer and Other Diseases).
Es gibt dennoch
ein Argument, dass für die Einnahme für Fischölkapseln spricht:
Nur Fische enthalten in hohen Konzentrationen die zwei hochungesättigten und als besonders herzschützend und
entzündungshemmend bekannten Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA)
und Docosahexaensäure (DHA). Diese können zwar auch von der
pflanzlichen Omega 3 Variante - der Alpha-Linolensäure gebildet
werden, unser Stoffwechsel wandelt aber nur ca. 10% in EPA und DHA
um.
Ist es deshalb sinnvoll auf teure
Fischölkapseln umzusteigen?
Die tägliche
Aufnahme von EPA und DHA sollte zu mindestens bei der
Selbstmedikation nicht mehr als 1-2 Gramm täglich betragen, da es
sonst zu Nebenwirkungen kommen kann.
-
Hormone aus Omega-6 Fettsäuren, die wichtige
Immunreaktionen steuern, werden bei einer zu hohen Konzentration
blockiert.
-
Die Zellmembranen verlieren an Festigkeit.
Wie durch zu feste, kann auch durch zu flüssige Membranen der
Zellaustausch beeinträchtigt werden, da sich die Durchlässigkeit
erhöht. Man kann sich die Zellmembrane wie ein Miniatursieb
vorstellen. Solange alle Löcher des Siebs die richtige Größe
haben ist der Stoffeintritt und Stoffaustritt in der Balance.
Werden die Löcher zu groß oder zu klein, ist die komplexe Balance
gestört.
-
Menschen mit erhöhter Blutungsneigung müssen
vorsichtig sein, da das Blut noch flüssiger wird.
-
Hochungesättigte Fettsäuren sind wesentlich
anfälliger gegen Oxidationsprozesse und die Gefahr, dass z.B.
LDL-Cholesterin durch freie Radikale geschädigt wird, erhöht sich
mit der zugeführten Menge. Zusätzlich werden wichtige
Antioxidantien, wie das Vitamin -E verbraucht.
Ohne Fischbestände
zu gefährden und gleichzeitig eine preiswerte und giftstofffreie
Alternative zu Fischöl in Kapseln ist Leinöl. Es enthält 54,7 g
Alpha-Linolensäure pro 100 g. Bei einer Umwandlungsrate von 10%
führt man bereits bei einem Esslöffel täglich die empfohlene
Mindestmenge von 1g zu.
Letztendlich
können aber keine verbindlichen Empfehlungen ausgesprochen werden,
aber mit heimischem Fisch und pflanzlichen Ölen aus kbA ist man
auf jeden Fall auf der sichereren Seite.
Die Überfischung - ein
weiteres Problem
Durch die hocheffektiven Fangmethoden sind bereits ca. 70% der
Fischgründe überfischt. Zusätzlich wird etwa 1/3 aller Fische als
wertloser Beifang über Bord geworfen. Laut Greenpeace sind das
jedes Jahr bis zu 39 Millionen Tonnen sinnlos getöteter Tiere.
Selbst Fischfarmen (Aqua-Farming) tragen zur Überfischung bei.
Lachs, Forelle, Tunfisch oder Kabeljau werden mit Fischmehl und
Fischöl gefüttert, welches aus kleineren Fischen hergestellt wird.
Bis ein Lachs verspeist wird, hat er das Vierfache seines
Körpergewichts an Kleinfischen verzehrt.
„Bereits jetzt hat die wachsende Nachfrage nach Fischöl und
Fischmehl dramatische Folgen für die Bestände von Sardinen oder
Blauen Wittling. Die Überfischung solcher Arten, hat aber auch
dramatische Auswirkungen auf die gesamte Nahrungskette, da diese
Fische auch als Nahrung für frei lebende Speisefische wie
Kabeljau und Heilbutt aber auch für Delfine, Schwertwale und
Seevögel dienen“.
Quelle: WWF-Studie: „Fischfarmen tragen zur Überfischung bei“,
Pressearchiv,
Bremen, 18.02.03.
Bestimmung des Fettsäurenstatus
Das Laboratorium Filt GmbH aus Berlin bietet eine
Blutuntersuchung an mit der das Profil der
gesättigten, einfach ungesättigten und mehrfach ungesättigten
(Omega-3- und Omega-6-) Fettsäuren bestimmt werden kann. Mit ihr
lässt sich feststellen, welche Fettsäuren fehlen oder welche im
Übermaß vorhanden sind. Dadurch hat man die Möglichkeit, die
Fettsäurenzufuhr individuell an die körperlichen Gegebenheiten
anzupassen und zu optimieren.
FILT GmbH
Robert-Rössle-Str.10
D - 13125 Berlin
Tel.: 030-94892114
Internet: http://www.filt.de/
e-mail: info@filt.de
Von Christoph Reuss eine Anregung zu
Fischöl:
Umwandlung von EPA und DHA
Es fehlt der Hinweis, dass die Eigensynthese von EPA und DHA aus
der pflanzlichen Vorstufe ALA nicht bei allen Menschen (gut
genug) funktioniert. Sie wird eingeschränkt durch Mangel an
Vitamin C, B3, B6, Zink, Magnesium sowie Stress und Krankheiten.
Leider treffen diese Einschränkungen oft gerade auf
diejenigen Patienten zu, die EPA bzw. die daraus gebildeten
entzündungshemmenden PGE3-Prostaglandine am dringendsten benötigen würden!
Durch diese Einschränkungen wird eine genügende Versorgung mit
EPA - aus pflanzlichen Quellen - (Leinöl etc.) ernsthaft in Frage
gestellt.
Selbst im besten Fall resultiert eine Konversionsrate ALA->EPA
von 7%, mit den obigen Einschränkungen entsprechend noch tiefer,
bis "0%". Um unter diesen Umständen die gewünschte therapeutische
Dosis von EPA zu erreichen, wird aber die aufzunehmende tägliche
Gesamtfettmenge zu hoch, was gerade bei Leberkranken ein grosses
Problem darstellt.
Fisch oder Fischöl ist dann die einzige gangbare Lösung, die
bleibt, wobei aber Fischkonsum aus vielen Gründen problematisch
oder nicht gangbar ist, sei es wegen Quecksilber, den hohen
Histaminwerten oder mangelnder Verfügbarkeit bzw. Lager- und
Transportproblemen (ich lebe in einem Binnenland..). Der
praktisch erhältliche Fisch weist oft einen tiefen Omega3-Gehalt
auf, und das bisschen wird dann i.d.R. durch Zubereitung und
Lagerung zerstört (oxidiert). Mal salopp gefragt: Wer kann schon
rohen Frischlachs essen? Bleibt also nur Fischöl!
Zum Artenschutz:
Dieses Problem liesse sich durch geeignete Bedingungen in
Fischfarmen schon weitgehend lösen. Und innerhalb der
Hochseefischerei wäre es viel wirksamer, an anderen Stellen
anzusetzen, nämlich dort, wo grosse Mengen an Fisch verbraucht
werden, ohne entsprechenden Omega3-Nutzen: Z.B. bei
Fischkonserven in Omega-6-Oelen und bei Fischstäbchen in
Omega-6-Panierhülle...
Für diese Anwendungen werden sicher viel mehr Fische verbraucht
als für Omega3-Kapseln, aber durch die Omega-6- "Verpackung" wird
dort die Omega3-Wirkung wieder zunichte gemacht - das ist
sinnlose Verschwendung von Fischen, im grossen Stil.
Solange die grosse Masse der verkauften Fische in Omega-6
"gehüllt" wird und/oder deren Omega3 durch falsche Zubereitung
zerstört wird, wäre es doch wirklich am falschen Fleck gespart,
ausgerechnet die wirksamen Omega3-Fischöle einzuschränken wegen
dem Artenschutz.
Aus diesen Gründen fände ich es sinnvoller, wenn Ihre ansonsten
erstklassige Homepage auf solche Zusammenhänge hinweisen würde,
anstatt letzlich von Fischöl abzuraten und nur sehr bedingt
wirksame EPA-Quellen (Leinöl, Fischfilets) zu empfehlen. Ziel
sollte m.E. die richtige Entscheidung der Leser für wirksame
EPA-Quellen sein.
Mit freundlichen Grüssen,
Christoph Reuss
crf@iac-research.ch
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