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Warum Fisch
gesund ist
Übermäßiger
Fettgenuss gilt allgemein als Gesundheitsrisiko. Wie schaffen es
aber die Stämme der Arktis (hauptsächlich Inuits) trotz
fettreicher tierischer Ernährung sich gesund zu halten und dass
sie, paradoxerweise, sogar noch ein deutlich niedrigeres
Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko haben?
Die folgenden
Aussagen beziehen sich auf die Inuit als Naturvolk, also ohne
westliche Ernährungsgewohnheiten. Unsere gebräuchliche
Bezeichnung für dieses Jägervolk „Eskimo“ wird übrigens von den
Inuit als beleidigend
angesehenen und deshalb hier nicht verwandt.
►Immerhin bis zu 90% ihrer gesamten Ernährung besteht aus Walen,
Robben und Fischen. Allein der hohe Anteil tierischen Ursprungs
würde ausreichen, um einige Ernährungsthesen auf den Kopf zu
stellen.
►Der zweite Risikofaktor ist der extrem hohe Fettanteil ihrer
Ernährung (bis zu 70%), da die dort lebenden Tiere eine dicke
Fettschicht haben. Kein anderes Volk der Erde könnte mit dieser
Risikoernährung auf Dauer gesund bleiben.
Was ist bei den
Inuit anders?
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Es gibt bei Kaltwassertieren einen
gewaltigen Unterschied gegenüber dem tierischen Fett aus
heimischem Stall. Bei Fischen am Polarkreis muss das Fett auch
bei niedrigsten Temperaturen noch flüssig bleiben. Nur dadurch
können sich die Zellen auch noch bei extremen Klimabedingungen
ernähren und gesund erhalten. Als „Frostschutzmittel“ dienen die
hoch ungesättigten Omega-3 Fettsäuren, denn je höher ihr Anteil
ist (auch bei Pflanzeölen), desto flüssiger ist das Fett
(Fluidität).
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Die
Quelle für die Anreicherung mit langkettigen Omega-3 Fettsäuren
ist die Hauptnahrungsquelle der dort lebenden Fische –
verschiedenen Algen und Phytoplanktonarten. Durch die
Nahrungskette Algen/Plankton
→ Kaltwasserfische (z.B. Lachs, Makrele und Hering)
→
Robben → Eisbären
→ Mensch, reichert sich das Fettgewebe aller
arktischen Tiere und der dort lebenden Menschen mit Omega-3
Fettsäuren an. Wissenschaftler gehen davon aus, dass der hohe
Anteil an Omega-3 Fettsäuren ein so starker Schutzstoff ist, dass
eventuelle Nebenwirkungen des hohen Fleisch- und Fettverzehrs
aufgehoben werden.
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Zusätzlich essen die Inuit ihr Fleisch roh
(Eskimo bedeutet auf Deutsch "Rohfleischfresser"). Unter
Hitzeeinwirkung lockert sich zwar die Faserstruktur, was den
Verzehr und die Verdauung erleichtert, aber als Nachteil gerinnt
das enthaltene Eiweiß (ab ca. 42°C) und wird zum Säurebildner.
►Außerdem enthält rohes Fleisch noch lebensnotwendige Enzyme, die
sonst äußerst rar in ihrer Ernährung sind. Die Nachahmung dieser
Ernährungsweise ist allerdings nicht unbedingt zu empfehlen
(siehe nächsten Absatz). Als „westliche“ Alternative bietet sich
der Stuplich-Topf an, bei dem die Erhitzung so schonend wie
möglich erfolgt. Dies bedeutet schonendstes Garen bei
weitgehendstem Erhalt der Struktur der Nahrung, von
lebenswichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Enzymen.
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Den ersten Siedlern in diesen kalten
Regionen dürfte es trotz allem äußerst schwer gefallen sein,
aufgrund der extremen Umgebungsbedingungen und dem einseitigen
Nahrungsangebot sich auf Dauer gesund zu erhalten. Als Folge fand
einen natürliche Auslese statt, bei dem nur die, auf Dauer
überlebten, die sich am besten an die Umwelt und an das
verfügbaren Nahrungsangebot angepassten. Dieser Prozess kann sich
zwar über viele Generationen hinziehen, beweist aber, dass
Ernährungsempfehlungen individuell aufgestellt werden müssen. So
wie ein Asiate, mit den Fleisch- und Fettmassen niemals zurecht
kommen würde, kann ein Inuit mit einer reinen pflanzlichen
Rohkost nicht überleben – er würde ständig mit Blähungen zu
kämpfen haben oder durch die wenig wärmende Eigenschaft von rohem
Obst und Gemüse sogar erfrieren.
Es ist
übrigens ein Irrtum, dass der traditionell lebende Inuit nur eine
maximale Lebenserwartung von 30-40 Jahren hat. Auch er kann
steinalt werden, wenn er oder sie nicht widrigen Faktoren wie
extrem lange Kälteperioden, mangelnde Ernährung und fehlende
Notversorgung bei Jagdverletzungen oder anderen Krankheiten
erliegt.
►In Deutschlands Krankenhäusern werden jährlich 16 Millionen
Patienten behandelt. Ohne die oft lebensrettende Notfallbehandlung
sähe unsere Statistik wohl auch nicht besser aus.
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