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Vitamin E

Vitamin E ausführlich à

Schutz vor freien Radikalen, bei rheumatischen Erkrankungen, stärkt das Nerven- und Herz-Kreislauf-System und fördert die Zellatmung

Vitamin E in Kapseln ist eines der meist verkauften Nahrungsergänzungsmittel, da es als „Schutzpatron“ der Zellen gilt. Die meisten Vitamin E-Produkte (auch die mit natürlichem Vitamin E) enthalten allerdings aus Kostengründen nur das alpha-Tocopherol (meistens aus Sojaöl extrahiert und chemisch umgewandelt). In der Natur kommt Vitamin E aber immer nur als Verband mit mehreren Vitamin E-Verbindungen vor. Es gibt 8 unterschiedliche Varianten des Vitamins, die in Tocopherole und Tocotrienole eingeteilt werden (alpha-, beta-, gamma- und delta-Tocopherol und alpha-, beta-, gamma-, delta-Tocotrienol). Bisher nahm man an, dass das alpha–Tocopherol die wirksamste Vitamin E-Verbindung ist. Neuere Untersuchungen aber haben gezeigt, dass Tocotrienole zwar in geringerer Konzentration vorkommen, aber dafür die antioxidative Wirkung der Tocopherole um das 50-fache übertreffen (Vergleich D-alpha-Tocotrienol und D-alpha-Tocopherol). Deshalb sollte die „natürliche Variante“ so weit wie möglich erhalten bleiben.

Pflanzenöle weisen unter allen Lebensmitteln den höchsten Gehalt an Vitamin E auf

  • Als Gemisch sind sie in ihrer Wirkung den meisten Produkten, die auf dem Markt verkauft werden, weit überlegen und sie werden kostenlos zu den essentiellen Fettsäuren mitgeliefert.
     

  • Natürliches Vitamin E wird im Verbund mit Fettsäuren von den Zellen nicht nur besser aufgenommen und gespeichert, sondern hält sich etwa doppelt solange im Blutkreislauf wie Vitamin E in Pulverform. Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung konnte sogar nachweisen, dass der Körper im Labor hergestelltes Vitamin E teilweise zurückweist und nutzlos ausscheidet. 
     

  • Fungiert Vitamin E als Radikalenfänger, wird es ständig verbraucht. Speiseöle enthalten Substanzen wie das Vitamin C, Provitamin A und vor allem Bioflavonoide, die diesen Mechanismus wieder rückgängig machen können und das Vitamin E wieder in seine aktive Form überführt.  

Anwendungsgebiete / Aufgaben von Vitamin E

  • Die wichtigste Funktion, die das Vitamin E im menschlichen Körper und im Öl übernimmt, ist freie Radikale unschädlich zu machen und die ungesättigten Fettsäuren sowie das Cholesterin vor oxidativen Prozessen zu schützen.
     

  • Vitamin E schützt die Zellwände der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und verbessert so die Sauerstoffversorgung der Organe und im Gewebe. Zusätzlich vermindert Vitamin E die Verklumpung der Blutplättchen und das Herz-Kreislauf-System profitiert von der verbesserten Durchblutung. 

  • Ohne Vitamin E würden wir wesentlich schneller Altern. Es bewahrt die Haut und die Zellen vor schädlichen Umweltbelastungen und anderen Stressfaktoren.
     

  • Ganz allgemein arbeiten ungesättigte Fettsäuren und Vitamin E Hand in Hand. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren erhöhen z.B. die Zellatmung, während Vitamin E die Fettsäuren vor schädlicher Oxidation schützt. Weitere Entsprechungen finden wir bei entzündlichen Erkrankungen wie Rheuma, prämenstruellen Beschwerden, Störungen bei Frühgeburten, neurologischen Beschwerden, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Schutz vor Zellmutationen und der Hautpflege.

Wichtig: Ohne Vitamin E sinkt die Haltbarkeit aller Speiseöle mit ungesättigten Fettsäuren drastisch. Oder anders herum: Lange Lagerzeiten, mangelnde Kühlung, falscher Umgang in der Küche, freie Radikale, lichtdurchlässige Flaschen, Erhitzung, Umweltgifte, Pestizide und andere Faktoren, die den Fettverderb fördern, verbrauchen Vitamin E. Und egal ob vor oder nach dem Verzehr der Speiseöle - sobald nicht genügend Vitamin E vorhanden ist, erweisen sich die einfach- und mehrfach ungesättigten Fettsäuren als Gesundheitsbumerang. Es sind deshalb weniger die gesättigten Fettsäuren, die uns schaden, sondern vielmehr die oxidierten einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Ölen mit einem hohen Anteil von mehrfach ungesättigten Fettsäuren sollte deshalb noch zusätzlich natürliches Vitamin E zugesetzt werden.

Vorsicht: Ranziges Öl
 

"Das Hauptproblem bei den mehrfach ungesättigten Ölen ist die Tatsache, dass sie leicht ranzig werden, wenn sie den schädlichen Einflüssen von Hitze, Licht und Sauerstoff ausgesetzt sind. Diese Instabilität führt zur Bildung von freien Radikalen, die den Körper unbarmherzig angreifen. Daher erhöht sich der Bedarf an Vitamin E und anderen Anti-Oxidantien durch den Verzehr mehrfach ungesättigter Pflanzenöle, die unglücklicherweise im Verlauf des Raffinierens verloren gegangen sind. Mögliche Konsequenzen des Verzehrs derart denaturierter Nahrungsmittel sind unter anderem allgemeine gesundheitliche Probleme, wie ein beschleunigter Alterungsprozess, und zwar sowohl körperlich als auch geistig, sowie bestimmte Krankheiten, wie beispielsweise Arthritis, Rheumatismus, Parkinson und Alzheimer. Freie Radikale schädigen die Organe und die DNS und sind daher auch krebsfördernd. Es überrascht nicht, dass die medizinische Forschung immer wieder den Zusammenhang zwischen den mehrfach ungesättigten Fettsäuren und dem Krebs hervorhebt. Wer möchte mit diesem Gedanken im Hinterkopf noch stark geröstete Samen und Nüsse essen?"
 

Steven Acuff, „Fette und Öle – das große Missverständnis“, Enveda.de

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