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Der Bedarf an essentiellen Fettsäuren steigt bei Übergewicht

  1. Was ist der gesündeste Stoffwechselbeschleuniger?

  2. Ohne gesunde Fettsäuren sind Stimmungsschwankungen während des Abnehmens vorprogrammiert

  3. Die Bedeutung der mittelkettigen Fettsäuren von Kokosfett beim Abnehmen
  4. Allgemeine Ernährungsempfehlungen bei Übergewicht

Was ist der gesündeste Stoffwechselbeschleuniger?

 

Dies sind, laut dem Ernährungspionier Dr. M.O. Bruker (1909 - 2001), unter anderem Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Enzyme und ungesättigte Fettsäuren. Sehr einleuchtend begründet er dies mit den Auf- und Abbauprozessen des Stoffwechsels. So wie man keinen Motor ohne die passenden Werkzeuge auseinanderbauen kann, können Fette und Kohlenhydrate nur dann zu Muskelkraft, Wärme, Kohlendioxid und Wasser um- oder abgebaut werden, wenn genügend Vitalstoffe dazu vorhanden sind.


Wichtig:
Essentielle Fettsäuren sind in der Lage, inaktive Fette aus den Fettzellen zu mobilisieren und der Verbrennung zuzuführen!  

 

Dies ist mit ein Grund, weshalb vitalstoffarme Diätprodukte kein  Lösungsweg für Übergewichtige sind. Das Land mit dem höchsten Anteil an Light-Produkten ist die USA und trotzdem hat es die höchste Übergewichts- und Fettsuchtrate.

 

Auch das "amerikanische Paradoxon" spricht gegen die simple Hypothese vom Fett als Dickmacher: In den USA sank der durchschnittliche Fettanteil im Essen von 40 auf 34 Prozent der Kalorien. Gleichzeitig verdoppelte sich die Zahl der Übergewichtigen, Herzinfarkte wurden nicht seltener, und  Diabetes nahm epidemisch zu.

 

Quelle: Die Zeit, „Fette  Lügen“ von Ulrike Gonder

 

Ohne gesunde Fettsäuren sind Stimmungsschwankungen während des Abnehmens vorprogrammiert

Was wird aus unserem wichtigsten Organ, wenn es nicht laufend Nachschub an lebensnotwendigen Fettsäuren erhält? Hierzu ein Zitat von Joseph Hibbeln Biochemiker und Psychiater der amerikanischen Gesundheitsbehörde "National Institutes of Health" in Washington.

„Da die Membranen unserer Nervenzellen im Gehirn zu einem Fünftel aus essenziellen Fettsäuren bestehen", sagt Hibbeln, "funktioniert der Signaltransport nur dann wie geschmiert, wenn Omega-3 und Omega-6 in der richtigen Kombination vorkommen. Und eine Omega-3-arme Ernährung geht zudem mit einer geringen Produktion des Neurotransmitters Serotonin einher. Niedrige Serotonin-Konzentrationen sind aber für schwere Niedergeschlagenheit typisch“.

 
Quelle: GEO Wissen  09/03, „Gefährliche Mahlzeiten“,
Joseph Hibbeln

Wenn man also bei einer fettarmen Ernährungsweise über einen längeren Zeitraum auch die essentiellen Fettsäuren ausklammert, sind Gedächtnisschwäche, Konzentrationsschwierigkeiten, starke Stimmungsschwankungen und sogar Depressionen die Folge. Ist durch die Fettreduktion erst einmal das emotionale Gleichgewicht gestört, ist es für einen Stress- oder Frustesser fast nicht mehr möglich, gegen die Essattacken anzukämpfen. Übergewicht durch den Mangel an essentiellen Fettsäuren – eine neue Sicht, aber eine der Ursachen für Heißhunger und Abnehmkrisen.

"Die Mediziner um Joanne F. Dorgan vom Fox Chase Krebszentrum in Philadelphia (USA) hatten die Heranwachsenden über die ganze Pubertät hinweg regelmäßig nach ihren Essgewohnheiten befragt und die Konzentrationen wichtiger Sexualhormone bestimmt. Dabei zeigte sich, dass eine fettarme Ernährung mit deutlich geringeren Hormonspiegeln verbunden ist".

 

Quelle: Ulrich Dewald, „Fettarme Diät beeinflusst Hormonhaushalt von Mädchen“, Wissenschaft.de, 01.2003 

Eine fettreduzierte Ernährung während der Schwangerschaft besonders schädlich

Besonders schlimm ist eine fettreduzierte Diät in der Schwangerschaft und in der Stillzeit (was gar nicht so selten vorkommt). Der Fötus und Säugling braucht große Mengen ungesättigter und langkettiger Fettsäuren für das Wachstum, den Nervenaufbau, die Funktion des Gehirns und für die Entwicklung der Augen. Zunächst leeren sich die mütterlichen Speicher, durch das sich das Risiko für depressive Phasen der Mutter erhöht. Sind diese Speicher geleert, steigt die Gefahr einer Fehlgeburt und für Störungen der frühkindlichen Entwicklung.

Die Bedeutung der mittelkettigen Fettsäuren von Kokosfett beim Abnehmen

a)      MCT-Fette haben weniger Kalorien

Im Durchschnitt liefern 1g mittelkettige Fettsäuren ca. 1 kcal weniger Kalorien als herkömmliche Fette (8,3 kcal statt 9,3 kcal). Damit haben sie zwar immer noch mehr Kalorien als die anderen Grundnährstoffe, aber gegenüber den Kohlenhydraten haben sie den Vorteil, dass sie den Blutzuckerspiegel nicht erhöhen. Weniger Heißhunger und Fetteinbau sind die Folge.

Dazu Geo im Magazin vom 03/05:

„So wird beispielsweise das Vitamin B1, das für Stoffwechselprozesse unentbehrlich ist, benötigt, um den Zucker abzubauen. Auch Kalzium, Magnesium, Phosphor und Chrom werden bei der Zuckerabfertigung im Körper ersatzlos vernichtet. Besonders betroffen sind - wieder einmal - Kinder, die in der körperlichen Entwicklungsphase einen besonders hohen Vitalstoffbedarf haben“.

b)      Mittelkettige Fettsäuren erhöhen den Grundumsatz

Anders als andere Fettsäurearten steigern die mittelkettigen Fettsäuren den Grundumsatz. Sie werden im Stoffwechsel bevorzugt verbrannt, wodurch eine Speicherung im Fettgewebe nur begrenzt möglich ist (nur ca. 1-2% nach Zurier et al., 1967). Durch den schnellen Energieschub setzt das Sättigungsgefühl früher ein und die Zellen, sowie Stoffwechsel und Organe werden aktiver.
Als Folge steigen Körpertemperatur und der Gesamtenergieverbrauch. Neben der geringeren Kalorienzahl ist dies ein weiterer Punkt, warum sich Kokosfett langsamer in Körperfett umwandelt. Positiv ist dies auch bei einer längeren Reduktionsdiät. Oft ist es der reduzierte Grundumsatz, der zum gefürchteten Jojo-Effekt führt.

c)   Durch Fette fühlt man sich länger satt

Allgemein gilt, dass sowohl lang- wie auch mittelkettige Fettsäuren frühzeitige Hungergefühle bremsen. Bei LCT-Fetten wird der hohe Sättigungswert durch die längere Verdauungszeit und die langsame Abgabe und Verwertung der einzelnen Bausteine in das Blut erreicht. Das heißt: Der Bauch ist länger gefüllt und man fühlt sich dadurch länger satt. MCT-Fette werden zwar rascher aufgenommen, erhöhen aber die Bildung von Ketonkörpern. Ketonkörper sind ein Zwischenprodukt des Fettstoffwechsels und werden sehr schnell verarbeitet. Diese können vom Gehirn als Energieträger verwertet werden, vermindern den Abbau von Muskelproteinen und wirken bei erhöhter Konzentration im Plasma appetithemmend.

Allgemeine Ernährungsempfehlungen bei Übergewicht

  • Fast-Food-Fette in Kombination mit einfachen Kohlenhydraten sind bedeutende Dickmacher.
     

  • Bei den Kohlenhydraten lohnt es sich, auf die blutzuckersteigernde Wirkung zu achten. Ganz grob kann gesagt werden, dass weißer Reis, verarbeitete Kartoffeln, Weißbrot, Cornflakes, Baguette, Zucker, Cola und Limonaden einen relativ hohen GL haben. Einen mittleren GL haben z.B. Vollkornprodukte, Brauner Reis, Salzkartoffeln, Vollkornmüsli. Einen niedrigen GL haben fast alle Obst- und Gemüsesorten, Nüsse, Milch (Ausnahme gezuckerte Milchprodukte). Überhaupt keine Auswirkung auf den GI haben Fleisch, Fisch und Speiseöle.
     

  • Wer auf Milchprodukte, Fleisch und Fisch aus gesundheitlichen oder ethischen Gründen verzichtet oder diese reduziert, sollte nicht mehr Getreide, sondern vermehrt gesunde Fette mit Obst und Gemüse kombinieren. Am besten ist es jedoch den Stoffwechseltyp zu bestimmen.
     

  • Die beste Diät ist die, bei der man nicht hungert, zufrieden abnimmt, sich als dauerhafte Ernährung eignet, einen mit allen Nähr- und Vitalstoffen versorgt und bei Menschen, die unter Stress stehen, noch schnell zubereitet werden kann. Das Fastfood (schnelle Nahrung) der gesunden Küche ist die Kombination von Pflanzenölen, Obst und Gemüse. Als Salat angemacht sind sie eine ideale Abnehmhilfe, halten lange satt, schmecken, sind besonders gut verträglich, haben eine äußerst niedrige glykämische Last und sind außerordentlich gesund.
     

  • Unbedingt auf die Natürlichkeit der Fettsäuren achten! Hierzu der Ernährungspionier Dr. M. O. Bruker (1909-2001), Arzt für Innere Medizin und Leiter biologischer Krankenhäuser in dem Artikel „Gesund durch richtige Ernährung“.  

„Der Ratschlag, dass der zu Dicke wenig Fett essen soll, ist falsch. Er muss, was den Fettanteil betrifft, genügend naturbelassene Fette essen, da nur sie ausreichend fettlösliche Vitamine und ungesättigte Fettsäuren enthalten, die für den reibungslosen Abbau des gegessenen Fettes zu den Endprodukten Kohlensäure und Wasser notwendig sind“.

 

Und

 

Frisches Fett, gutes Fett

Eine ausgewogene Diät sollte durchaus auch Fett enthalten, "neues Fett", der Körper braucht es, vom alten eingelagerten ernährt er sich schlecht. Das haben US-Forscher an Mäusen bemerkt, bei denen sie ein Gen ausgeschaltet haben, das in der Leber für die Fettsynthese sorgt. Bei normalem Futter blieben die Tiere gesund. Erhielten sie kein Fett, entwickelten sie Fettlebern und Unterzucker: Da kein "neues Fett" kam, bediente sich die Leber am "alten", im Körper eingelagerten. Aber sie konnte es nicht nutzen - nicht zu Blutzucker abbauen - und lagerte es selbst ein. Die neuerliche Beimischung von Fett ins Futter machte die Mäuse wieder gesund. Allerdings mahnen die Forscher, nun nicht mit beiden Händen nach fetthaltiger Kost zu greifen (Cell Metabolism, 1, S. 309).

Frisches Fett, gutes Fett (Die Presse) 12.05.2005

Tipp: Wer dennoch Öle und Fette sparsam einsetzen möchte, sollte industriell hergestellte Öle vermeiden. Durch die Raffinationsprozesse sind diese von neutralem Geschmack, was den Verbrauch erhöht. Von den wesentlich geschmackvolleren kaltgepressten und unraffinierten Ölen, reicht zum Anmachen von Salat eine wesentlich geringere Menge.

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