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Der Stoffwechseltyp nach Kelley
und Wolcott Die
Ernährungsrichtlinien nach dem Stoffwechseltyp sind das
umfassendste System zur Bestimmung des individuellen
Ernährungsbedarfs
Die ersten Grundlagen für diesen Ansatz legte Dr. Weston A.
Price, der auf seinen anthropologischen (die vergleichende
Biologie des Menschen) Forschungsreisen von 1924-1936 bestimmte
Gesetzmäßigkeiten in Bezug auf die Ernährung feststellte:
Sobald Naturvölker ihre traditionelle
Ernährung durch industriell hergestellte Lebensmittel ersetzten:
-
häufte sich
innerhalb kürzester Zeit das Auftreten chronischer Krankheiten
-
bedeutend mehr
Menschen litten an Übergewicht und Zahnverfall
-
es nahmen auch
seelische und neurologische Störungen zu
Die Auswirkungen
der modernen Ernährungsgewohnheiten sind auch heute noch
sichtbar. Aborigines haben z.B. eine Diabetesrate von ca. 25%,
die Ureinwohner Amerikas habe eine überdurchschnittliche Rate an
Gefäß- und Herzerkrankungen, Krebs, alkoholbedingter Leberleiden
und auch bei ihnen ist Diabetes weit verbreitet.
Vor über zehn Jahren zeigte eine Studie,
dass sich das Risiko, an Herzleiden zu erkranken, für japanische
Männer mittleren Alters, die in den USA wohnten und westliche
Ernährungsgewohnheiten angenommen hatten, verdoppelte. Das
Risiko für einen Schlaganfall verdreifachte sich sogar.
Quelle: Eric Schlosser, „ Fast Food
Gesellschaft“, Riemann, 2002
Aus diese Erkenntniss kann abgeleitet
werden:
-
Welche Ernährung
gesund verstoffwechselt wird, bestimmen genetische Faktoren und
individuelle Stoffwechselbedürfnisse bzw. –probleme.
-
Nicht alle
seelischen Probleme haben ihren Ursprung in der Psyche des
Menschen. Es gibt viele ernährungsbedingte Ursachen, die
direkten Einfluss auf unser hormonelles System und damit auf
unser aktuelles Wohlbefinden haben.
-
Bei chronischen
Krankheiten ist es von immensem Vorteil zu wissen, warum die
einen Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes, Allergien oder
Rheuma bekommen und andere wiederum nicht.
-
Ein Grossteil der
Krankheiten könnte vermieden werden, wenn frühzeitig erkannt
wird, welche Nahrungsmittel und welche mengenmäßige
Zusammensetzung an Kohlenhydraten, Eiweiß und Fett den
Stoffwechsel immer wieder ins Gleichgewicht bringt.
-
Deshalb führen nur
Ernährungsempfehlungen, die den individuellen Stoffwechsel
beachten, zu einem dauerhaften Erfolg bei Übergewicht und der
Vorbeugung und Behandlung von ernährungsbedingten Krankheiten.
Kaum
jemand wird heute noch bestreiten, dass die Ursachen für
Übergewicht und ernährungsbedingten Krankheiten von Mensch zu
Mensch verschieden sind.
Vor allem führen einseitige Ernährungsempfehlungen dazu, dass der
Stoffwechsel noch mehr ins Ungleichgewicht gebracht wird. Die
körperliche und geistige Leistungsfähigkeit nimmt dadurch stark ab
und der Vitalstoff-, Mineral- und Vitaminhaushalt wird empfindlich
gestört. Nicht selten führt dies zu Krankheiten oder was
mindestens genauso schlimm ist, zu Depressionen und massive
Essstörungen.
Warum gibt es unterschiedliche
Stoffwechselstypen?
Unsere Gene können die Informationen
verschiedenster Kulturen tragen
Fast jedem wird einleuchten, welch großer Unterschied zwischen
dem Stoffwechsel eines Inuit (Eskimo) und einem Asiaten bestehen
muss, die in geradezu gegensätzlichen Lebensräumen, mit gänzlich
anderen Klimabedingungen und damit unterschiedlichen
Nahrungsangeboten leben.
Selbst innerhalb Europas entstanden
unterschiedliche Ernährungstypen


Während Menschen aus kälteren Regionen ein genetisch festgelegtes
Bedürfnis nach viel Eiweiß und viel Fett entwickelten, können
Menschen in warmen Regionen ver-mehrt auf kohlenhydratreiche
Pflanzen zurückgreifen. Solche Menschen profitieren von einem
höheren Anteil an Kohlenhydraten und können nicht nur Obst oder
Gemüse, sondern oft auch vollwertige Produkte aus Reis, Kartoffeln
und Getreide ohne Probleme verstoffwechseln.
Durch
Wanderbewegungen von einzelnen Gruppen bis zu ganzen
Völkerwanderungen gibt es auf der ganzen Welt "genetische Spuren"
verschiedenster Völker. Dadurch gehen unsere genetischen
Stoffwechselbedürfnisse nicht immer mit der traditionellen
Ernährung unseres Lebensraums Hand in Hand.
Völkerwanderungen
in Europa vom zweiten bis fünften Jahrhundert nach Christus

| Durch
die genetische Vielfalt kann es sogar sein, dass es innerhalb
einer Familie unterschiedliche Ernährungsbedürfnisse gibt. Es
musste also ein Weg gefunden werden, wie man den individuellen
Bedarf an Nährstoffen ermittelt. Dies gelang erstmals dem
texanischen Zahnarzt Dr. William Donald Kelley um 1970. Selbst
an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt, suchte er nach einer
Ernährungsweise, die den menschlichen Stoffwechsel optimal
unterstützte. Zunächst stellte er deutliche Unterschiede bei
Menschen fest, deren Ahnen entweder Ackerbauern, Nomaden oder
Jäger waren und durch weitere Forschungen ermittelte er 12
verschiedene Stoffwechseltypen. Ein Schüler Kelley´s - Dr.
William L. Wolcott verfeinerte diesen Ansatz, so dass heute der
individuelle Stoffwechseltyp sehr genau bestimmt werden kann.
|
 |
9 Systeme spielen bei der
Selbstregulation (Homöostase) des Ernährungsstoffwechsels eine
Rolle
Autonomes Nervensystem, Drüsensystem, Verbrennungssystem,
Blutgruppe, Katabolismus- Anabolismus, Säure-Basen-Haushalt,
Mineral- und Wasser-Haushalt, Prostaglandin-Haushalt,
Konstitutionelles: Vata/Pitta/Kapha.
1. Das autonome (vegetative)
Nervensystem (nach Pottenger, Lee, Kelley) Als Autonomie wird
ein Zustand bezeichnet, der selbständig und unabhängig von äußeren
Einflüssen Entscheidungen trifft. So ist auch das autonome
Nervensystem unserer direkten Kontrolle entzogen und kann nur
durch bestimmte Techniken, wie z.B. mehr oder weniger Biofeedback,
bewusst beeinflusst werden.
Geregelt werden vom autonomen Nervensystem so wichtige Funktionen
wie der Stoffwechsel, Verdauung, Wasserhaushalt, Körpertemperatur,
Menstruationszyklus, Mineralienhaushalt, Schlaf-/Wachrhythmus,
Hunger, Durst, Blutkreislauf, Blutdruck, Sattheit oder emotionale
Reaktionen.
Eingeteilt wird das autonome Nervensystem in einen sympathischen
und parasympathischen Teil, die im Stoffwechsel entgegengesetzt
(antagonistisch) wirken. Der sympathische Bereich ist vor allem
dazu da, Aktivität und Leistungsbereitschaft zu fördern, während
der Parasympathikus für die nötige Regeneration verantwortlich ist
und die Leistungsorgane wieder hemmt.
Kontrolliert wird dies durch den Hypothalamus – dem
Hauptsteuerzentrum im Gehirn. Als zentrales Bindeglied zwischen
dem Nervensystem und dem Hormonsystem kann es durch Nervenimpulse
und Hormonfreisetzung beide Systeme im Gleichgewicht halten, was
aber leider nur selten der Fall ist. Bei den meisten Menschen
dominiert eines der beiden Systeme. Je nachdem ob der anregende
Sympathikus stärker beeinflusst wird oder der hemmende
Parasympathikus, hat dies nicht nur einen Einfluss auf das
Stoffwechselgeschehen, sondern auch auf unsere Psyche.
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Merkmale wenn eine der beiden Zweige dominiert |
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Sympathikus- Dominanz
Typische körperliche Merkmale
- Verdauungsprobleme
- Sodbrennen
- Schlaflosigkeit
- Bluthochdruck
- Neigung zu Infektionen
- Geringer Appetit
- „Viereckiges Gesicht"
- Eher groß und dünn
Typische psychische und
verhaltensbezogene Merkmale
- Sehr gutes Konzentrationsvermögen
- Sehr motiviert
- Emotional kalt
- Reizbar
- Hyperaktiv
- Nicht sehr kontaktfreudig
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Parasampathikus- Dominanz Typische
körperliche Merkmale
- Durchfall
- Allergien
- Niedriger Blutzuckerspiegel
- Unregelmäßiger Herzschlag
- Chronische Erschöpfung
- Fieberbläschen
- Starker Appetit
- Gesicht und Schädel rundlich
- Eher klein und breit
Typische psychische und verhaltensbezogene Merkmale
- Lethargisch
- Verschleppt gerne zu Erledigendes
- Schwer reizbar
- Vorsichtig, überlegend
- Emotional warm
- Kontaktfreudig
|
Quelle: Wolcott, William L / Fahey,
Trish, „Essen, was mein Körper braucht, Metabolic Typing - die
passende Ernährung für jeden Stoffwechseltyp“, VAK GmbH 2002, S.
46
Wichtig in diesem
Zusammenhang ist es zu wissen, dass wir durch die gezielte Auswahl
der Nahrungsmittel das Gleichgewicht der beiden Systeme positiv
beeinflussen können.
2.
Das
Verbrennungssystem
(nach Dr. Georg
Watson)
Dieser Ansatz geht
auf den Psychiater Dr. Georg Watson zurück, der die Wirkung der
Verbrennungsprozesse in der Zelle in dem Buch „Nutrition and Your
Mind“ von 1972 beschreibt.
Er erforschte die
Zusammenhänge zwischen
Wird die Nahrung
langsam verbrannt (Langsamverbrenner), kann nicht genügend Energie
zur Verfügung gestellt werden. Vor allem Kohlenhydrate können nur
ungenügend abgebaut werden. Konzentrationsprobleme, Lethargie,
Schlappheit und Übergewicht durch den verlangsamten Stoffwechsel
sind die Folge.
Anders wenn der
Stoffwechsel überaktiv ist. Schnellverbrenner sind effiziente
Kohlenhydratverbraucher. Dieser Nährstoff wird so schnell
umgesetzt, dass die Energie überschießt. Diese Menschen leiden
häufig an Überaktivität, Nervosität und Stress, sind aber weniger
anfällig gegenüber Übergewicht.
3. Das
Drüsensystem
Das autonome
Nervensystem und das Verbrennungssystem findet seine Erweiterung
in den Drüsentypen. Unterschiedlich wissenschaftliche Forschungen
haben einen Zusammenhang zwischen unserem körperlichem Aussehen,
den charakterlichen Eigenschaften und den Drüsenfunktionen
medizinisch nachgewiesen.
Praktisch unsichtbar
im Hintergrund werden Körpervorgänge und der Stoffwechsel
koordiniert. Dies erfolgt vor allem durch zwei unterschiedliche
Systeme:
Hormone werden vor
allem in den endokrinen (endo = innen + krinein
= absondern) Drüsen gebildet und über die Blutbahnen
über den ganzen Körper an ihren Bestimmungsort geleitet.
Die Abgabe von bestimmten Hormonen wirken im
Gegensatz zu den Nervenimpulsen oft erst nach Minuten oder
Stunden, beeinflussen aber unser Körpergeschehen und Stoffwechsel
über längere Zeit und sind oft für einschneidende Veränderungen
verantwortlich. An den Geschlechtsdrüsen (Eierstöcke und Hoden)
lässt sich z.B. darstellen, wie wichtig Drüsen für die menschliche
Entwicklung sind. Fortpflanzung, Reifung des Menschen, Pubertät,
Wachstum sekundärer Geschlechtsmerkmale und die ganze Sexualität
sind abhängig von den Hormonen der Geschlechtsdrüsen.
Wichtig:
-
Mediziner haben
durch Studien an Zehntausenden von Menschen herausgefunden, dass
in jedem Menschen genetisch vorprogrammiert ist, von welchem
endokrinen System (welcher Drüse) er oder sie am stärksten
beeinflusst wird.
-
Endokrine
Drüsen haben eine große Auswirkung darauf, welche
Körperformen sich entwickeln und wo sich überschüssiges Fett im
Körper einlagert. Dazu zählen die Hypophyse, die Schilddrüse, die
Nebennieren und die Geschlechtsdrüsen von Mann und Frau. Am
bekanntesten sind die Einflüsse der Geschlechtshormone
Östrogen, Progesteron (Frau) und
Testosteron (Mann) auf die Fettverteilung. Während der
Mann eher zur Fettablagerung am Bauch neigt (Apfelform), setzt
die Frau ihr Fett vor allem an Hüfte, Oberschenkeln und Gesäß an
(Birnenform).
-
Jede Drüse hat
bestimmte Vorlieben für Speisen, da sie von Ihnen stimuliert wird
Schilddrüse: Raffinierte Kohlenhydrate (Weißmehl,
Süßigkeiten, Zucker), Koffein
Eierstocktyp: Rotes Muskelfleisch, scharfe Gewürze,
Speisen mit einem hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren
Hypophysentyp: Milchprodukte und raffinierte Kohlenhydrate
Nebennierentyp: Gesättigte Fettsäuren, salzige Speisen,
Alkohol
Der Weg zum
Übergewicht, wenn die Funktion der Hauptdrüse nachlässt:
Bestimmte
Nahrungsmittel steigern die Aktivität der Hauptdrüse

der Stoffwechsel
wird beschleunigt

der Vorgang wird
als angenehmen Energieschub erlebt

weil dieser
kurzzeitige Kick so angenehm ist, wird immer häufiger und mehr von
diesem Nahrungsmittel gegessen

im Lauf der Jahre
wird die Drüse durch die ständige Anregung erschöpft sie kann die
Energieproduktion nicht mehr so gut regulieren

die
Stoffwechselrate sinkt

die zugeführten
Nährstoffe werden nicht mehr zu Energie verbrannt, sondern in Fett
umgewandelt

Übergewicht entsteht
Stoffwechsel und Fettverteilung bei den verschiedenen Drüsentypen
Schilddrüsentyp:
Bei normaler Tätigkeit ist der Körper schlank und grazil und kann
große Mengen essen ohne zuzunehmen. Ist die Schilddrüse im
Ungleichgewicht nimmt dieser Typ deutlich an den Hüften
(Rettungsring), an den Oberschenkeln und oft auch an den Waden zu.
Berühmtes
Beispiel: Barbara Streisand, Jahrgang 1942, Schauspielerin,
Sängerin

Quelle
Eierstocktyp: Die Eierstöcke steuern das Wachstum,
die Sexualität und Fortpflanzung der Frau. Feminine, rundliche
Formen herrschen vor. Bei Übergewicht nimmt dieser Typ vor allem
am Gesäß zu und entwickelt besonders leicht Zellulitis und
Bindegewebsschwäche.
Berühmtes Beispiel: Barbara Schönberg, Jahrgang 1974,
Fernsehmoderatorin

Quelle
Hypophysentyp: Das Erscheinungsbild ist geprägt von einem
Körper, der auch im Erwachsenenalter dem eines schlacksigen
Jugendlichen gleicht - also dünn und gerade. Der Kopf erscheint
häufig etwas zu groß. Wenn er ins Ungleichleichgewicht gerät,
nimmt er am ganzen Körper gleichmäßig zu (auch am Gesicht, Hände
und Füße). Das überschüssige Fett ist weich und wirkt pummelig.
Berühmtes Beispiel: Joseph Martin (Joschka) Fischer,
Jahrgang 1948, Politiker

Quelle
Nebennierentyp:
Der Nebennierentyp hat eine stabile, muskulöse Statur mit
breiten Schultern und kräftigem Brustkorb (bei Frauen üppige
Oberweite). Übergewicht führt hauptsächlich zu einer
Gewichtzunahme am Oberkörper. Das heißt am Rücken, Brustkorb und
Bauch (der berühmte „Bierbauch“).
Berühmtes
Beispiel: Bud Spencer, Jahrgang, 1929, Schauspieler,
Autor, Jurist

Quelle
4. + 5. Katabolismus / Anabolismus und der Säure-Basenhaushalt
Im Stoffwechsel werden Stoffe aufgebaut (Anabolismus), abgebaut (Katabolismus)
und umgebaut (Metabolismus). Anabolismus und Katabolismus sind
abhängig von der Durchlässigkeit der Zellmembranen.
Hier spielen die Fettsäuren eine entscheidende Rolle. Durch
oxidiertes Cholesterin, trans-Fettsäuren und harte Fette werden
die Membranen starr und undurchlässig. Dadurch kann nicht genügend
Sauerstoff ins Zellinnere gelangen und ein Teil der Energie muss
durch Fermentation gebildet werden. Dies ist für den Körper
wesentlich aufwendiger und erzeugt Milchsäure, wodurch das Innere
der Zelle übersäuert. Zusätzlich ist der Stoffaustausch auch von
innen nach außen erschwert und Stoffwechselendprodukte und Toxine
können nur unzureichend abtransportiert werden.
Ein Überangebot an ungesättigten Fettsäuren macht dagegen die
Zellwand zu durchlässig. Zu Energiezwecken ist zuviel
Sauerstoff vorhanden und das Überangebot provoziert die Bildung
von freien Radikalen. Dies kann durch eine Reihe anderer Prozesse
sogar dazu führen, dass das Zellinnere zu basisch wird.
Der Säure-Basen-Haushalt wird nicht nur
von Nahrungsmitteln beeinflusst
Am Beispiel der erhöhten Durchlässigkeit der Zellmembrane lässt
sich erkennen, wie wichtig es ist, natürliche Stoffwechselprozesse
bei Ernährungsempfehlungen zu beachten. Herrscht nämlich im
Zellinneren ein zu hoher Basenwert, ist dies nicht
unproblematisch, da saure Bestandteile unverzichtbar für die
Energiegewinnung sind. Um einen Energiemangel zu verhindern,
versucht der Körper wieder mehr Säure in die Zelle zu
transportieren. Dafür mobilisiert er seine Säurereserven – das
Blut wird „sauer“.
Dies zu berücksichtigen, ist für die
ganze Diskussion um den Säure-Basen-Haushalt von großer Bedeutung!
Normalerweise wird,
wenn durch einen Urintest oder Bluttest ein hoher Säureanteil
festgestellt wird, empfohlen, sich basisch zu ernähren oder
Basen-Pulver einzunehmen. In diesem Fall würde sich die
Gesamtsituation nicht verbessern, sondern verschlechtern, da die
Zelle dadurch noch mehr ins basische rutscht.
Auch andere Faktoren müssen bei der Beurteilung des
Säure-Basen-Haushaltes berücksichtigt werden. Nach Wolcott kann
sogar Fleisch basisch und Gemüse säuernd wirken, wenn nicht das
autonome Nervensystem im Stoffwechsel dominiert, sondern das
Verbrennungssystem.
6.
Der Elektrolyt-Wasser-Haushalt
Elektrolyte sind
feste oder flüssige Substanzen, die Ionen aufnehmen und abgeben.
Zu den wichtigsten zählen die Mineralien Natrium, Kalium, Calcium,
Magnesium, Chlorid, Phosphat und Hydrogencarbonat. Diese
Mineralien „schwimmen“ normalerweise in einem kolloidalen Zustand
in unseren Körperflüssigkeiten. Das heißt, dass die gelösten
Bestandteile sich fein verteilt in der Schwebe befinden ohne
abzusinken. Sobald sich aber im Blut zu viele Mineralien befinden,
besteht die Gefahr, dass diese sich zusammenballen. Durch die
größere Struktur ist der Weitertransport durch die Zellwand und
den feinsten Blutgefäßen, den Kapillaren, gefährdet (die
Kapillaren haben einen Durchmesser von ca. 7µm = 7/1000 mm). Die
schlechtere Versorgung wirkt sich u.a. negativ auf das
Nervensystem, den Zellstoffwechsel (Zellaustausch, Zellenergie),
sowie auf die Regulierung des Wasserhaushalts und des Blutdrucks
aus.
Ähnliches gilt natürlich auch, wenn es
dem Elektrolythaushalt und anderen Stoffwechselsystem an
Mineralien mangelt
-
Ähnliches gilt
natürlich auch, wenn es dem Elektrolythaushalt und ganz allgemein
an Mineralien mangelt
-
Als Bestandteil
jeder Zelle sind sie Baumaterial für Knochen, Zähne, Bindegewebe,
Muskeln, Blut- und Nervenzellen
-
Für Enzyme und
Hormone sind sie Co-Faktoren als Impulsgeber und Kontrolleur
-
In Form von
Elektrolyten (siehe oben) regulieren sie den Wasserhaushalt,
helfen bei der Sauerstoffversorgung der Zellen, sind
unentbehrlicher Bestandteil unserer Verdauungssäfte, sorgen für
die Elektrizität der Körperströme und steuern den Austausch der
Körperflüssigkeiten zwischen Lymphe, Blut und Zellen
-
In gebundener Form
sind sie z.B. Teil der Enzyme, der Erbsubstanz oder der Knochen
7. Der Einfluss
der Blutgruppen
(nach dem amerikanische
Naturheilkundler Peter D’Adamo)
Jeder Mensch besitzt eine der vier Hauptblutgruppen A, B, AB oder
0. In Mitteleuropa ist die Blutgruppe 0 die häufigste, gefolgt von
A, B und AB. Allgemein bekannt ist, dass man vor einem
Blutaustausch, z.B. nach einem Unfall, prüfen muss, ob die
Blutgruppen identisch bzw. verträglich sind. Das liegt an dem
Vorhandensein oder Fehlen von Antigenen (Oligosacchariden) auf den
roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Beachtet man die individuelle
Blutgruppe nicht, führt dies zu schweren allergischen Reaktionen -
die Blutzellen verklumpen, was bei dem Patienten zu schweren
Störungen führt. So hat jede Blutgruppe seine individuellen
Blutgruppeneigenschaften, die sich in jahrmillionenlanger
Entwicklung (auch aus dem Nahrungsangebot) gebildet haben. Diese
individuellen oder genetisch bedingten Eigenschaften drücken sich
auch in Unverträglichkeiten bestimmter Nahrungsmittel aus.
Auch bei der Ernährung spielen die Blutgruppe und die roten
Blutkörperchen eine Rolle. Dieses mal ist es der Einfluss von
Nahrungsmittel-Lektinen, der zu Problemen führt. Lektine sind
Eiweißmoleküle, die vor allem in Pflanzen vorkommen (sekundärer
Pflanzeninhaltstoff), aber auch in tierischen Produkten und
Mikroorganismen enthalten sind. Angriffspunkte der Lektine sind
Zuckerbindungsstellen der roten Blutkörperchen und die Membran von
bestimmten Zellen des Immunsystems.
Diese Reaktionen können zu gesundheitlichen
Problemen führen
-
die Blutkörperchen verklumpen
(Agglutinierung)
-
der Verdauungsprozess und die
Nährstoffaufnahme wird behindert
-
an der Darmschleimhaut können Lektine
Entzündungen verursachen
Da diese negative Reaktionen
nicht bei jeder Blutgruppe gleichermaßen auftreten, unterscheidet
man von Blutgruppe zu Blutgruppe die Nahrung als „bekömmlich“,
„neutral“ oder „zu vermeiden“.
Allerdings spielt die Blutgruppe
keine so bedeutende Rolle, wie dies von einigen Autoren behauptet
wird. Es gibt nur recht wenige Nahrungsmittel, die in dieser Weise
wirken und daher berücksichtigt werden müssen.
8. Der
Prostaglandin-Haushalt
Siehe unter:
"Das Verhältnis von
Omega-3 zu Omega-6 Fettsäuren..."
und "Arachidonsäure"
9. Der ayurvedische Konstitutionstyp
Bereits vor
tausenden von Jahren haben Ayurvedische Ärzte verschiedene
Menschentypen erforscht und damit den Grundstein für die
genetische Vererbungslehre (Konstitutionslehre) gelegt. Sie haben
erkannt, dass kein Mensch dem anderen in Größe, Gestalt und
Eigenarten völlig gleicht, aber dass bestimmte Erbmerkmale häufig
gekoppelt auftreten: Dunkelhäutige Menschen mit dunklem Haar haben
meist braune Augen oder eine feste Muskulatur tritt in Verbindung
mit schweren Knochen und straffem Bindegewebe auf. In der
Ayurvedischen Heilslehre wird diese Kombination bestimmter
Eigenschaften (Doshas) beachtet, um Krankheiten vorzubeugen oder
zu behandeln. Befinden sich die genetisch vorgegebenen
Regelmechanismen in einem harmonischen Gleichgewicht, ist man
sowohl physisch, wie auch psychisch gesund. Ein
Ungleichgewicht durch negative
Einflüsse wie falschen Ernährung, mangelhafte Bewegung, seelischer
und körperlicher Dauerstress oder Umweltreize führt letztendlich
zur Entstehung von Krankheiten.
Wichtig:
Sowohl im Ayurveda, wie auch beim
Stoffwechseltyp gibt es nur selten "reine
Konstitutionstypen". Die meisten sind "Mischtypen",
jedoch in
unterschiedlicher Ausprägung.
Die
Dosha-Typen
Vata-Typ
(der Schmetterling):
Von der Konstitution
her eher zierlich und schmal mit geringem Körpergewicht, schwache
Muskeln und hervortretende Knochen. Er oder sie ist körperlich wie
auch geistig agil und beweglich aber auch von unruhiger Natur. Der
Stoffwechsel ist geprägt von einem unregelmäßigen Appetit,
unregelmäßiger Verdauung und Verdauungsstörungen (Verstopfung,
Blähungen).
Berühmtes
Beispiel: Mahatma Gandhi, 1869 – 1948, Rechtsanwalt, Pazifist,
Menschenrechtler

Quelle
Pitta-Typ (das
Pferd):
Der Pitta-Typ hat einen mittleren
Körperbau und durch seine gut proportionierten Muskeln und dem
guten Stoffwechsel ist seine Figur ausgewogen und schlank. Er ist
der typische Managertyp. Perfektionist, ehrgeizig, mutig, hat ein
gutes Gedächtnis, arbeitet zielstrebig, ist rhetorisch begabt,
kann aber äußerst ungehalten reagieren, wenn Komplikationen oder
Meinungsverschiedenheiten auftreten. Der Pitta-Typ ist oft hungrig
und durstig, hat aber durch seinen guten Stoffwechsel, der
geregelten Verdauung und durch sein hohes Energieniveau kaum
Gewichtsprobleme.
Berühmtes
Beispiel: Wolfgang Grupp, Jahrgang1942, Besitzer und
alleiniger Geschäftsführer des Textilunternehmens Trigema

Quelle
Kapha-Typ
(der Elefant):
Der Knochen- und
Körperbau ist stabil und schwer und seine hohe Muskelmasse
unterstreicht noch den breiten Körperbau. Vom Typ her ist er eher
ruhig und bedächtig. Durch diese Eigenschaft und da er gerne und
viel isst, neigt der Kapha-Typ zu Übergewicht. Verdauung und der
Stoffwechsel sind träge.
Berühmtes
Beispiel: Marianne Sägebrecht, Jahrgang 1945, Schauspielerin,
Autorin, Kabarettistin.

Quelle
Zusammenfassung
Die herausragende
Leistung Wolcott´s war die Zusammenführung und die Verknüpfung
der verschiedenen Systeme. Dies vor allem deshalb, da sich alle
Systeme gegenseitig beeinflussen und es aus diesem Grunde
besonders schwer ist, ein allgemeingültiges, aber doch für jeden
Stoffwechseltyp individuelles Ernährungskonzept zu finden.
Die Kernaussagen des Stoffwechseltyps
-
Die Eigenheiten des
Stoffwechsels werden vor allem durch die Erbanlagen bestimmt,
nicht durch Religion, Erziehung oder Lebensphilosophie
-
Die einzelnen
Nährstoffe wirken sich von Mensch zu Mensch unterschiedlich aus
und dies hängt davon ab, welche Körpersysteme den größten Einfluss
auf den Stoffwechsel haben
-
Durch das
Zusammenspiel dieser Systeme gibt es viele unterschiedliche
Stoffwechseltypen
Warum ist das so wichtig?
-
Gesundheit,
Wohlbefinden und Idealgewicht hängen davon ab, ob der Körper durch
die Ernährung schnell genug Energie und Vitalstoffe in
ausreichender Menge und Qualität zur Verfügung hat
-
Nur wenn diese
Nährstoffe genau zum eigenen Typ passen, arbeitet der Stoffwechsel
optimal
-
Um genaue Aussagen
darüber treffen zu können, muss zuerst der Stoffwechseltyp
bestimmt werden
-
Dadurch weiß man
nicht nur, welche Ernährung optimal ist, sondern auch, welche sich
schädlich auf den Stoffwechsel auswirkt
Wie wird der
Stoffwechsetyp bestimmt?
Zur Bestimmung des
Ernährungstyps wird ein spezieller Fragebogen mit über 250
Multiple-Choice-Fragen verwendet. Dabei werden zahlreiche
körperliche, ernährungsbezogene und psychische Merkmale abgefragt,
aus denen der Ernährungstyp sehr genau bestimmt werden kann.
Alternativ kann der Ernährungstyp
durch einen Bluttest und durch ein patentiertes
elektronisches Testgerät ermittelt werden.
Was sind
die Unterschiede der LOGI-Methode und der Bestimmung des
Ernährungstyps?
Die Logi-Methode
schaut sehr weit in die Vergangenheit zurück. Dies ist im Ansatz
sicherlich richtig, trifft aber nicht für alle Menschen
gleichermaßen zu. Die Bestimmung des Ernährungstyps ist ein
feineres Instrument. Zwar werden auch hier genetische
Gesichtspunkte berücksichtigt, aber es wird grundsätzlich geklärt
welche das sind. Dies ist wichtig, da unsere genetisch prägenden
Wurzeln nicht unbedingt aus dem klimatischen Bereich kommen
müssen, in dem wir leben. Darüber hinaus werden die individuellen
Stoffwechseleigenschaften abgefragt, wodurch sich sehr schnell ein
Gesamtbild ergibt, dass dem Ernährungsoptimum sehr nahe kommt.
Buchempfehlung:
Wolcott, William L / Fahey, Trish, „Essen, was mein Körper
braucht, Metabolic Typing - die passende Ernährung für jeden
Stoffwechseltyp“, VAK GmbH 2002.
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