Hormone und
Vitalstoffe die heimlichen Regulatoren des Stoffwechsels
Physikalisch betrachtet dürfte es
eigentlich keine Diskussion geben. Eine Kalorie hat einen
bestimmten Energiewert, so wie z.B. 1 Kilometer ein genau
definiertes Längenmaß ist. Aber ist 1 Kalorie wirklich 1 Kalorie
oder gibt es einen Unterschied im Stoffwechsel? Wer schon einmal
Red Savina Habanero-Chili (40 mal schärfer als Tabasco) versucht
hat, dürfte trotz geringster Kalorienaufnahme ein äußerst
effektives „Hitzetraining“ mit etlichen Schweißperlen auf der
Stirn gehabt haben.
Ein weiteres Beispiel sind Patienten, die an einer Überfunktion
der Schilddrüse leiden. Trotz riesiger Nahrungsmittelmengen, die
zum Teil bei dieser Krankheit verspeist werden (zum Teil > 4000 Kalorien),
leiden diese Menschen nicht an Übergewicht oder magern sogar ab.
Es gibt aber auch Menschen die mit einer geringen Menge an
Nährstoffen vollkommen gesund sind und dabei noch größte
körperliche Leistungen erbringen können.
So
schleppen Sherpas der Eis- und Felsregionen Himalajas, allein mit
Muskelkraft, bis zu 100 kg Lasten vom Tal hinauf zu den
Hochflächen auf mehrere Tausend Meter Höhe. Die
Hochleistungsarbeiter müssten mehrere Tausend Kalorien aufnehmen
um bei dieser Anstrengung auf Dauer nicht auszuzehren. Sie kommen
aber nach westlichen Maßstäben mit der Hälfte der Nahrung aus,
die eigentlich nötig wäre. Dieser Stoffwechsel muss also darauf
spezialisiert sein, der Nahrung auch noch den letzten Rest an
Nähr- und Vitalstoffen zu entlocken und die Produktion der
Zellenergie muss gleichzeitig auf besonders effektive Weise
erfolgen.
Keine Frage, dies sind drastische Beispiele. Aber es zeigt, dass
die Kalorienaufnahme und -abgabe eng mit dem Stoffwechsel
verbunden ist.
Was ist der
gesündeste Stoffwechselbeschleuniger?
Dies sind, laut dem
Ernährungspionier Dr. M.O. Bruker (1909 - 2001), unter anderem
Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Enzyme und ungesättigte
Fettsäuren natürlicher Lebensmittel. Sehr einleuchtend begründet er dies mit den Auf- und
Abbauprozessen des Stoffwechsels. So wie man keinen Motor ohne
die passenden Werkzeuge auseinanderbauen kann, können Fette und
Kohlenhydrate nur dann zu Muskelkraft, Wärme, Kohlendioxid und
Wasser um- oder abgebaut werden, wenn genügend Vitalstoffe dazu
vorhanden sind.
Dies ist auch mit ein Grund,
weshalb vitalstoffarme Diätprodukte kein Lösungsweg für
Übergewichtige sind. Das Land mit dem höchsten Anteil an Light-Produkten ist die USA und trotzdem hat es die höchste
Übergewichts- und Fettsuchtrate.
Auch das "amerikanische Paradoxon" spricht gegen die simple
Hypothese vom Fett als Dickmacher: In den USA sank der
durchschnittliche Fettanteil im Essen von 40 auf 34 Prozent der
Kalorien. Gleichzeitig verdoppelte sich die Zahl der
Übergewichtigen, Herzinfarkte wurden nicht seltener, und
Diabetes nahm epidemisch zu.
Quelle: Die Zeit, „Fette Lügen“ von Ulrike Gonder
Der Einfluss der Hormone auf die Ernährung
Hormone sind
spezielle Botenstoffe, die unsere Drüsen absondern und über die
Blutbahnen an ihren Bestimmungsort geleitet werden. Sie bestimmen
darüber, ob wir uns hungrig oder satt fühlen, wo sich das Fett im
Körper ablagert, wann Fett freigesetzt wird und wann es
gespeichert wird.
Das wichtigste:
Hormone lassen sich nur äußert schwer überlisten. Sie gelten als
der stärkste Trieb den die Evolution hervorgebracht hat und den
man auch bei negativen Folgen nicht einfach ausschalten kann.
Dass eine hohe Anzahl an Menschen an Essanfällen, Übergewicht,
Bulimie, Esssucht oder unstillbarem Hunger leiden, liegt unter
anderem daran, dass sie im Moment des Essens den
Hormon-Stoffwechsel und die durch ihn ausgelösten
oder zumindest Befriedigungsgefühle anregen wollen.
Grundsätzlich
gilt deshalb: Gegen die Kraft der Hormone nützt das beste
Diätwissen und auch eiserner Wille wenig. Ein Ungleichgewicht an
Insulin, Serotonin, Östrogen, Leptin, Adrenalin, Noradrenalin,
Dopamin, ß-Endorphin, Dynorphin, Enkephalin, Zytokin (Cytokin),
Galain und viele andere Botenstoffe treiben uns regelrecht in
Richtung Kühlschrank.
Aus
diesem Grund ist auch bei weitem nicht immer klar, ob ein Mensch,
der die
Kontrolle über die Art und Menge des Essens verloren hat, an
seelischen Störungen leidet oder rein körperliche Ursachen, für
die Essattacken verantwortlich ist. Alle Arten der Esssucht
können durch hormonelle und neurobilogische Effekte ausgelöst
werden, die wiederum abhängig sein können, welche Nahrungsmittel
wir zuführen.
5 Blinde, die noch nie einen Elefant
gesehen haben

Bei Übergewicht und Gesundheitsproblemen
ist es wichtig durch eigene Informationssuche die
Wahlmöglichkeiten zu erhöhen
Am Beispiel der Hormone zeigt sich,
wie wichtig es ist den Menschen als Ganzes zu behandeln
Ein Psychiater würde vielleicht sagen, dass zwei Gegensätze auf
Menschen mit Essstörungen einwirken.
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Zunehmend wird die Funktion des Essen verändert |
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Veränderungen der gesellschaftlichen Normen und Vorstellungen |
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Glaubenssätze wie:
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„Gut leben heißt auch gut essen“
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„Liebe geht durch den Magen“
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„Essen und Trinken halten Leib und Seele zusammen“
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„Man gönnt sich ja sonst nichts“
verleiten uns, Probleme mit Essen zu kompensieren |
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Schlanksein steht für:
- Schönheit
- Leistungsbereitschaft
- Erfolgsorientiertheit
Dicksein steht für:
- Hemmungslosigkeit
- Gleichgültigkeit gegenüber seiner Figur
- Kontrollverlust
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Dank einer gut gemeinten „Erziehung“ gerne angenommen werden,
anderseits sagen uns immer mehr Magazine, Ratgeber, Therapeuten,
Krankenkassen wie wir mit fettarmen Lightprodukten, Diäten,
Pillen und veränderten Verhaltensregeln wieder einen schönen
schlanken Körper bekommen.
Dies kann nicht ohne Folgen bleiben. Die meisten
Übergewichtigen sind mit ihrem Körper und ihrem Gewicht
unzufrieden, haben häufige Diätversuche hinter sich, fassen
fortwährend gute Vorsätze und scheitern doch meist bei der
Gewichtsreduzierung, da sie alte Gewohnheiten nicht aufgeben
können.
Ein Ernährungsberater
würde einem dagegen erklären, dass das „Glückshormon“ Serotonin
hauptsächlich aus der Aminosäure Tryptophan gebildet, das der
Körper nicht selbst herstellen kann. Nur wenn hochwertiges
Eiweiß in genügender Menge durch die Nahrung zugeführt wird,
können die Effekte von Serotonin (stimmungsaufhellend, beruhigend
und gewichtsreduzierend) zur Wirkung kommen.
Teil 2,
Teil 3
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