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Wie sah die Ernährung unserer
Vorfahren im Vergleich zu heute aus
159 typische Gerichte der
mitteleuropäischen Küche im Vergleich
Vergleicht
der „Steinzeiternährung“ mit der heutigen Ernährung
Enzymmangel - ein Gendefekt oder Ausdruck mangelnder Anpassung an
die heutige Ernährung?
Wie sah die Ernährung unserer Vorfahren im Vergleich zu
Es gibt inzwischen eine ernst
zunehmende Bewegung, die mehr Obst, Gemüse, Wurzeln, Nüsse, Fett
und tierisches Eiweiß und dafür weniger Kohlenhydrate empfiehlt.
Als gewichtigstes Argument wird angeführt, dass unsere Gene darauf
programmiert sind, was unsere Vorfahren aufgrund der klimatischen
Bedingungen als Nahrungsgrundlage vorgefunden haben. Für einen in
extrem kalten Klimazonen lebenden Menschen kann ein hoher Anteil
an Fisch und Fleisch deshalb durchaus „artgerecht“ sein. So wie
wir saisongerecht Obst oder Gemüse verzehren sollten, müssen sich
Menschen in kalten Regionen saisongerecht von Fleisch und Fisch
ernähren. In sonnenverwöhnten Gegenden gibt es dagegen
viele Kulturen, die (wenn sie es wollen) sich rein vegetarisch
oder mit sehr wenig Fleisch ernähren können.
In Mitteleuropa leben wir mit dem
Wechsel der Jahreszeiten und in einer gemäßigten Klimazone. Das
heißt, das Nahrungsangebot bestand aus wild wachsenden Pflanzen,
wilden Tieren und Fischen. Ackerbau, der in China bereits 10.000
vor Christus betrieben wurde, war in Europa bis ca. 2.000 vor
Christus unbekannt und auch die Viehzucht ist nur unwesentlich
älter. Ferner entwickelte sich die Landwirtschaft und die
Viehzucht in kleinen Schritten und ersetzte das Sammeln, Fischen
und Jagen nur schrittweise. Laut Prähistorikern kannten unsere
Vorfahren noch über tausend verschiedene genießbare
Pflanzensorten. Dieser altertümliche „Supermarkt“, zusammen mit
Wildfleisch und Fisch waren zu 99,5 % unserer
Entwicklungsgeschichte die einzigen Nahrungsmittel des Menschen.
Das
heißt Getreide, Kartoffeln, Reis, Milch und deren Produkte waren
äußerst knapp bemessen, dominieren aber heute in vielen
Ernährungsmodellen.
Die folgende Tabelle
basiert auf dem Nahrungsangebot, als noch kein Ackerbau und
Viehwirtschaft betrieben wurde, also in Europa 4 000 Jahre und
davor. Ausgewählt wurden ausschließlich Lebensmittel heimischer
Tiere und Pflanzen aus dem mitteleuropäischen Raum.
Abk.:
KH = Kohlenhydrate, Fett = Gesamtfettgehalt, Ges. =
Gesättigte Fettsäuren, Einf. = Gesamtgehalt einfach
ungesättigter Fettsäuren, Mehrf. = Gesamtgehalt mehrfach
ungesättigter Fettsäuren, Ges. = Gesättigte Fettsäuren,
18:2 = Linolsäure (Omega 6), 18:3 Linolensäure (Omega
3)
|
Maßeinheit: in
g/100g Lebensmittel |
KH |
Eiweiß |
Fett |
Ges. |
|
|
|
|
|
|
|
Wildfleisch |
0,00 |
28,80 |
5,18 |
1,98 |
|
Geflügel |
0,00 |
20,74 |
7,48 |
1,65 |
|
Fisch |
1,46 |
17,01 |
6,32 |
2,34 |
|
Innereien |
0,70 |
12,90 |
11,20 |
3,30 |
|
Eier |
10,55 |
13,20 |
62,05 |
5,60 |
|
Haselnuss, Walnuss |
11,40 |
0,83 |
0,27 |
0,03 |
|
Obst,
Wurzelgemüse |
4,37 |
2,17 |
0,43 |
0,10 |
|
Kräuter,
Wildpflanzen |
0,10 |
2,10 |
0,70 |
0,20 |
|
Waldpilze |
7,48 |
1,43 |
0,40 |
0,00 |
|
Beeren |
0,00 |
28,80 |
5,18 |
1,98 |
|
|
|
|
|
|
|
Durchschnitt aller Nahrungsmittel |
4,01 |
11,02 |
10,45 |
1,69 |
|
Maßeinheit: in g/100g Lebensmittel |
Einf. |
Mehrf. |
18:2 |
18:3 |
Verhältnis
(18:2) : (18:3)
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Wildfleisch |
1,38 |
0,90 |
0,58 |
0,25 |
2,32:1 |
|
Geflügel |
2,79 |
2,14 |
1,4 |
0,4 |
3,5:1 |
|
Fisch |
2,05 |
0,74 |
1,31 |
0,51 |
2,57:1 |
|
Innereien |
4,50 |
1,50 |
0,43 |
0,14 |
3,07:1 |
|
Eier |
28,95 |
24,60 |
1,00 |
0,30 |
3,33:1 |
|
Haselnuss, Walnuss |
0,00 |
0,13 |
21,05 |
3,20 |
6,58:1 |
|
Obst,
Wurzelgemüse |
0,00 |
0,20 |
0,10 |
0,03 |
1:3,33 |
|
Kräuter,
Wildpflanzen |
0,00 |
0,40 |
0,07 |
0,20 |
1:2,86 |
|
Waldpilze |
0,03 |
0,25 |
0,10 |
0,30 |
1:3,00 |
|
Beeren |
1,38 |
0,90 |
0,15 |
0,09 |
1,29:1 |
|
|
|
|
|
|
|
|
Durchschnitt aller Nahrungsmittel |
4,41 |
3,43 |
2,75 |
0,56 |
4,91:1 |
Nimmt man bei den
Kohlenhydraten den Mittelwert, fällt der äußerst niedrige Wert
auf. Pro 100/g verzehrter Lebensmittel werden bei diesem
Verhältnis 97,2 Kalorien durch Fett zugeführt, 45,2 aus Eiweiß und
nur 16,4 aus Kohlehydraten. Dieses Verhältnis ändert sich nur
zugunsten der Kohlenhydrate wenn Obst, Wurzelgemüse,
Kräuter,
Wildpflanzen, Waldpilze und Beeren Hauptbestandteil der Ernährung
waren. Dies ist aber nur in warmen Gegenden möglich, so dass davon
ausgegangen werden kann, dass während der langen Kälteperiode in
Europa, die Hauptnahrungsquelle vor allem aus eiweiß- und
fetthaltigen Nahrungsmitteln bestand.
Dennoch empfiehlt
die Deutsche Gesellschaft für Ernährung und der aid infodienst
Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft, dass mindestens 50 %
der Nahrungsenergie aus Kohlenhydraten bestehen sollte. Die
Zeitschrift ÖKO-TEST, die insgesamt dreizehn Diätkonzepte
verglich, übernahm diese Empfehlungen und wertete Diäten mit einem
geringeren Anteil ab (Quelle: ÖKO-TEST Kompakt Diäten vom
Februar 2004).
Die Frage stellt
sich natürlich, ob der Mensch, der über Jahrmillionen nie solche
Mengen an Kohlenhydrate verdauen musste, diese überhaupt gesund
verstoffwechseln kann.
Sogar das
Ärztemagazin "Der Kassenarzt" sprach sich in einem Artikel, gegen
die „Kohlenhydratmast“ in Form von Kartoffeln, Brot und Nudeln und
das penible „Fettaugen zählen“ aus.
Des Pudels Kern. Bringt die AOK
die Dicken um?
„Wie sorgsam geht die AOK mit den
Beiträgen ihrer Versicherten um? Mit der „Pfundskur" unterstützt
und propagiert die „Gesundheitskasse" äußerst fragwürdige
Ernährungsdogmen, deren Befolgung Abspeckwilligen eher zum
gesundheitlichen Schaden sein dürfte. Warum, so muss man fragen,
wurden die Kriterien der evidenzbasierten (Beweis, Beleg) Medizin
bei den üppigen Geldern für die „Pfundskur" außer Kraft gesetzt?“
Quelle: Der Kassenarzt, über das
AOK-Abnehmprogramm nach
Prof. Volker Pudels, 4/2003, S.
14-16
159 typische Gerichte der
mitteleuropäischen Küche im Vergleich
Apfelmus, Bechamelsoße, Blattsalat mit Dressing, Blattsalat mit
Öl, Blattsalate mit Joghurt, Bohneneintopf mexikanisch,
Bohnensalat grün gegart mit Öl, Bratensoße flüssig,
Bratkartoffeln, Bratkartoffeln mit Speck und Zwiebeln, Bratwurst,
Brötchen belegt, Cannelloni, Cheeseburger, Dampfnudeln, Eier in
Senfsauce, Eierpfannkuchen, Eiersalat, Eintopf , Eintopf mit
Rindfleisch, Eis mit Früchten, Eis mit Früchten, Sahne und
Alkohol, Eis mit Sahne, Eis (Sorbet), Erbsen u. Möhrengemüse,
Erbseneintopf mit Würstchen, Essigmarinade, Fisch in Kräutersoße,
Fisch paniert, Fischfilet gebraten, Fischfrikadelle, Fischfrikassee,
Fischkonserve, Fischstäbchen frittiert, Flammerie, Pudding,
Fleischbrühe, Fleischkäse gebraten, Fleischsalat, Frikadelle,
Frühlingsrolle, Gebundene Suppe, Geflügelsalat, Gemüseauflauf,
Gemüsebrühe, Gemüsemischung roh, Gemüseplatte, Gemüserisotto,
Gemüsesalat mit Dressing, Gemüsesuppe, Gemüsesuppe mit Wurst,
Griechischer Salat, Grießbrei, Grundsoße mit Senf, Grundsoße weiß,
Gurkensalat, Hackbraten, Hamburger, Hühnerfrikassee, Irish Stew,
Kartoffelbrei, Kartoffeleintopf mit Fleisch, Kartoffelgratin,
Kartoffelklöße, Kartoffelkroketten, Kartoffelpuffer,
Kartoffelsalat, Kartoffelsuppe, Käsefondue, Käseplatte, Käsesalat,
Käsespätzle, Kebab , Gyros, Klare Suppe mit Einlage, Kohlrouladen,
Kompott gemischt, Königsberger Klopse, Krapfen, Beignets,
Krautsalat, Lammkotelett gebraten, Lasagne mit Gemüse, Lasagne mit
Hackfleisch, Lauchgemüse, Leberknödel, Linseneintopf mit Wurst,
Linsengemüse, Makkaroni mit Tomatensoße, Maultaschen, Maultaschen
in der Brühe, Mayonnaise, Milchreis, Minestrone (Gemüseeintopf),
Möhrensalat gegart mit Öl, Mohrrübensalat, Mokkacreme, Müsli mit
Milch/Zucker/Obst, Nasi Goreng, Nudelgericht mit Gemüse,
Nudelgerichte mit Fleisch, Nudelgerichte mit Gemüse, Nudel ,
Spätzle, Nudelsalat mit Mayonaise, Nudelsuppe, Obst / Kompott,
Obstmischung, Obstsalate, Omelett, Paella, Paprika gefüllt mit
Hackfleisch, Pellkartoffeln, Pfannkuchen süß, Pizza, Pommes
Frites, Putenschnitzel, Quarkauflauf mit Äpfel, Quarkspeise roh
mit Früchten, Quarkspeise , Joghurt, Ratatouille, Ravioli mit
Tomatensoße, Reissalat, Rindergulasch, Rinderroulade, Rohkostsalat
mit Joghurt , Rohkostsalat mit Öl, Rösti, Rote Grütze, Rührei mit
Speck/Schinken, Rühreier, Rumpsteak, Sahne -Frucht-Eis, Salate,
Salzkartoffeln, Schaschlikspieß, Schlachtplatte, Schokoladensoße,
Schupfnudeln, Schweinekotelett, Schweineschnitzel natur,
Schweineschnitzel paniert, Semmelknödel, Serbisches Reisfleisch,
Soße holländisch, Spaghetti Bolognese, Spargelcremesuppe,
Spiegeleier, Suppen mit Einlage gebunden, Toast Hawai, Toast mit
Käse und Schinken, Tomatencremesuppe, Tomatensalat, Tomatensoße,
Vanilleeis, Vanillesoße Weincreme, Weinschaumsoße, Wiener
Schnitzel, Wurst gemischt, Wurst-/Käsesalat, Zaziki,
Zwetschgenknödel
Ergebnis der
Nahrungmittelzusammensetzung
(Durchschnitt aller Lebensmittel),
Maßeinheit: in g/100g Lebensmittel
Ernährung heute
Basis (PDF) |
Ernährung vor dem
Getreideanbau
Basis |
| |
|
|
Kohlenhydrate |
|
10,1 |
4,01 |
|
Eiweiss |
| 7,1 |
11,02 |
|
Fett |
|
9,2 |
10,45 |
|
Gesättigte Fettsäuren |
|
3,39 |
1,69 |
|
Einfach
ungesättigte Fettsäuren (18:1, Omega 9 |
|
2,75 |
4,41 |
|
Linolsäure
(18:2, Omega 6) |
|
1,85 |
2,75 |
|
Linolensäure
(18:3, Omega 3) |
|
0,13 |
0,56 |
|
Verhältnis
gesättigte Fettsäuren : ungesättigten Fettsäuren |
|
1:1,5 |
1:4,6 |
|
Verhältnis Omega 6: Omega 3 |
|
14,2:1 |
4,91:1 |
Vergleicht man
die „Steinzeiternährung“ mit der heutigen Ernährung, fallen drei
Punkte besonders auf:
-
Der Anteil der Kohlenhydrate hat sich bei
den Nahrungsmitteln ver-2,5 facht, der Fett- und Eiweißanteil ist
zurückgegangen. Nicht mit eingerechnet kohlenhydratreiche
Getränke wie Limonaden und Alkohol.
-
Wir verzehren heute mehr als doppelt soviel
gesättigte Fettsäuren und nur noch 1/4 der ursprünglichen Menge
an einfach- und mehrfach ungesättigten Fettsäuren.
- Das Verhältnis an Omega 6 zu Omega 3 Fettsäuren hat sich
mindestens verdreifacht,
die
Menge der zugeführten Omega-3 Fettsäuren halbiert.
Enzymmangel - ein Gendefekt oder
Ausdruck mangelnder Anpassung an die heutige Ernährung?
Am bekanntesten ist ein Enzymmangel, wenn durch die mangelhafte
Verwertung und Aufspaltung der Nahrung im Dünndarm, bestimmte
Bestandteile unverdaut bleiben und erhebliche
Verdauungsbeschwerden, Blähungen oder Durchfälle verursachen.
Folgeerkrankungen können u.a. verschiedene Störungen der Haut,
entzündliche Prozesse des Darms, Asthma, Kopfschmerzen und
Migräne sein.
Die bekanntesten
Nahrungsmittelbestandteile, bei denen Unverträglichkeiten
(Intoleranzen) auftreten können, sind:
- Laktose (Milchzucker)
- Galaktose (ein Einfachzucker das u. a. in der Milch vorkommt)
- Kuhmilchprotein (Unverträglichkeit und Allergie)
- Fructose (Fruchtzucker)
- Saccharose (Rohr-, Rübenzucker)
- Gluten und andere Speicherproteine (Getreide, Soja)
Ist es ein Zufall, dass die häufigsten Beschwerden von
Nahrungsmittelbestandteilen verursacht werden, die wir in Europa
erst seit max. 4000 Jahren regelmäßig auf dem Speiseplan haben?
Der Verdacht liegt nahe, dass es sich hier nicht um einen
Gendefekt handelt, sondern ganz einfach um eine mangelnde
Anpassung unseres Enzymsystems an die neuartige Ernährung.
Dabei gibt es drei Abstufungen:
- Menschen, die auch größere Mengen Milch und/oder Getreide
ohne Probleme essen können
- Menschen, die auf diese Produkte sofort mit
Unverträglichkeitsreaktionen reagieren
- Eine hohe Dunkelziffer, die zwar Milch und Getreide
vertragen, aber nur bis zu einer bestimmten Menge, die mit der Höhe der Enzymausstattung
korreliert
Gerade die letzte Gruppe hat es am schwersten. Es werden als
Früherkennung keinerlei Tests gemacht, die ermitteln könnten,
welche Milch- oder Getreidemenge unser Enzymsystem gerade noch
verkraften kann. Besonders dramatisch ist dies, da viele Menschen
den Zusammenhang zwischen gesundheitlichen Beschwerden und
Unverträglichkeitssymptomen überhaupt nicht erkennen.
Der Grund:
- Oft sind die Symptome nur schwach und unterschwellig
- Es kann Stunden dauern, bis die negativen Reaktionen
auftreten
Spätfolgen treten dann erst nach Jahren auf.
Es ist aber nicht nur der Enzymmangel, der Probleme macht.
Kuhmilch und Getreide sind gleichzeitig die häufigsten
Nahrungsmittelallergene. Auch hier gibt es einen Soforttyp (IgE-vermittelt)
mit einer unmittelbaren Reaktion und einen viel häufigeren
Spättyp (IgG-vermittelt), bei dem die negativen Beschwerden erst
nach einem halben bis drei Tagen einsetzen.
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