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Ölpressung ohne
Sauerstoff,
Licht und
Hitze

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5. Die Stabilität bringt weitere Vorteile

 

Ausführliche Informationen zu freien Radikalen à

a)     Problemfall freie Radikale

Es steht außer Frage, dass die mehrfach ungesättigten Fettsäuren wie die Linol- und Linolensäure essentiell und überaus gesund sind. Sie können sich jedoch auch als Gesundheitsbumerang erweisen. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind durch ihre Struktur anfällig gegenüber Oxidationsprozessen.

Die freien Doppelbindungen sind beliebtes Ziel für Sauerstoffradikale. Diese dringen in die Fettsäure ein und verursachen dort durch Oxidation (Lipidperoxidation) gewaltige Schäden an der Fettsäure. Je mehr freie Radikale im Spiel sind, umso schneller ist durch die Kettenreaktion der Fettverderb. Solche zerstörenden Einflüsse können durch Licht, Hitze, Sauerstoff und Alterung entstehen. Faktoren die bei der industriellen Herstellung der Öle, bei der Lagerung und Präsentation in den Verkaufsregalen und auch in der täglichen Anwendung im Haushalt häufig nicht beachtet werden.  

Aber auch wenn die Fettsäuren unbeschadet in den Organismus gelangen, können freie Radikale noch erheblichen Schaden anrichten. Besonders die Zellmembranen, die zum größten Teil aus Fettsäuren bestehen, sind ständigen Belastungen durch Umweltgiftstoffe, Pestizide, Strahlenbelastung, Zigarettenrauch, Ozon oder chemischen Medikamenten ausgesetzt.

Auch Blutfette wie das LDL-Cholesterin, die zu mehr als der Hälfte aus ungesättigten Fettsäuren bestehen, sind diesen Belastungen ausgesetzt. Oxidieren sie, kann dies Entzündungsherde an den Gefäßinnenwänden und Arteriosklerose verursachen.

Freie Radikale können an der Entstehung und am Fortschreiten folgender Erkrankungen mitbeteiligt sein

Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gen- und Zelldefekte, Abnormität der Spermien, Beschleunigung des Alterns, Allergie und Überempfindlichkeit, Asthma, chronische Gelenkerkrankungen, entzündliche Erkrankungen, Rheuma, Krebs, chronische Infekte, grauer Star, Diabetes, Krebs, Leberschäden, Gehirn- und Nervenerkrankungen.

Eignen sich herkömmliche Pflanzenöle zum kochen?

Nein! Selbst Öle mit einem hohen Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren, die als relativ stabil gelten, sind immer noch um den Faktor 100 mal anfälliger als gesättigte Fettsäuren.

Oxidationsgeschwindigkeit von Fettsäuren

Fettsäurenart

Faktor um den die jeweilige Fettsäurenart schneller oxidiert

Gesättigte Fettsäuren

1

Einfach ungesättigte Fettsäuren

100

Zweifach ungesättigte Fettsäuren

1200

Dreifach ungesättigte Fettsäuren

2500

Quelle: Hans-Dieter Belitz, Werner Grosch, Andreas Schieberle, Lehrbuch der Lebensmittelchemie, Springer, Berlin 1992
 


Grundsätzlich gilt deshalb:
Je höher der Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren in Ölen ist, desto mehr Vitamin E wird benötigt, um diese vor freien Radikalen zu schützen. Deshalb weisen Pflanzenöle von Natur aus den höchsten Gehalt an Vitamin E auf. Es ist deshalb geradezu eine Sünde, wenn man durch hohe Presstemperaturen und Raffination den Vitamin E-Gehalt drastisch reduziert. Zwar wird künstliches Vitamin E zum Teil wieder zugesetzt, welches jedoch vom Körper wesentlich schlechter verwertet wird. 

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