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Kleine Fettkunde

Fettsäuren sind biochemisch gesehen kein Einheitsbrei. Es gibt große Unterschiede in der Struktur, die darüber bestimmt, wie das Fett verstoffwechselt wird und welche Aufgaben es im Körper übernimmt.

Die Unterscheidungsmerkmale der Fettsäuren

  • Der Wasserstoffanteil bestimmt den Grad der Sättigung

  • Der Kohlenstoffanteil bestimmt die Kettenlänge

Die gesättigten Fettsäuren (GFS)

Grundsätzlich enthalten alle natürlichen Nahrungsmittel immer eine Mischung aus gesättigten und ungesättigten Fettsäuren.
Einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren erkennt man daran, dass das Fett bei Zimmertemperatur fest ist. Chemisch betrachtet sind bei den gesättigten Fettsäuren alle Kohlenstoffatome der Fettsäurekette mit Wasserstoff belegt.

Hauptvorkommen:

Kurzkettig gesättigte Fettsäuren: Butter und Butterschmalz
Mittelkettig gesättigte Fettsäuren: Kokosfett und Palmkernfett
Langkettig gesättigte Fettsäuren: Tierische Produkte

Aufgaben: Wie der Name schon ausdrückt, sind gesättigte Fettsäuren satt und reaktionsträge. Ihnen fehlen die freien Plätze, an denen sich andere Substanzen andocken können, um die Funktion der Fettsäure zu verändern (siehe Abb. unten). Zu den wichtigsten Aufgaben der gesättigten Fette zählt, zusammen mit den Kohlenhydraten, den Energiebedarf zu decken. Daneben sind sie aber auch ein wichtiger Baustoff und Reserve für Notzeiten. Dadurch sind sie bei Übergewichtigen zwar unbeliebt, aber dennoch unentbehrlich. Hätten wir nur ungesättigte Fettsäuren in der Unterhaut, in den Organen, Zellwänden und Zellen, würden wir im Fett bildlich gesprochen „schwimmen“, da diese flüssig sind. Nur wenn die festen gesättigten Fettsäuren, Cholesterin (fördert ebenfalls die Stabilität) und die ungesättigten Fettsäuren als Kombination vorliegen, haben unsere Zellen die nötige Festigkeit und die nötige Flexibilität. Die Frage, inwieweit sich die gesättigten Fettsäuren negativ oder positiv auf den Körper auswirken, wird in den folgenden Kapiteln besprochen.

Die ungesättigten Fettsäuren

Bei ungesättigten Fettsäuren sind nicht alle Kohlenstoff-Atome mit Wasserstoff-Atomen verbunden. An diesen Stellen entstehen eine oder mehrere Kohlenstoff-Doppelbindungen.

Die höchsten Anteile an ungesättigten Fettsäuren haben Pflanzenöle, allerdings in unterschiedlichen Anteilen. Olivenöl hat z.B. sehr viel Ölsäure (ca. 75%), eine einfach ungesättigte Fettsäure. Sonnenblumenöl ist mit einem Anteil von  60% reich an der zweifach ungesättigten Linolsäure und Leinöl hat mit 55 % den höchsten Gehalt an der dreifach ungesättigten Linolensäure.

Dank der freien Plätze an der Doppelbindung sind einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren reaktiver als gesättigte Fettsäuren, da sie an den Doppelbindungen Substanzen anbinden können. Durch diese Eigenschaft können sie  eine Vielzahl unterschiedlicher und zum großen Teil lebenswichtiger Aufgaben wahrnehmen können.

Im positiven Sinne

sind sie wesentlicher Bestandteil der Zellmembranen und sorgen für deren Flexibilität und Durchlässigkeit. Ferner  sind sie Vorstufen von Gewebshormonen, die viele Stoffwechselabläufe beeinflussen. So senken oder hemmen ungesättigte Fettsäuren: Plaquebildung bei Arteriosklerose, Blutgerinnung, Entzündungen, Histaminüberreaktionen bei Allergien, Gefäßverengung, Bluthochdruck, Autoimmunreaktionen (z.B. Arthritis), Verengung der Bronchien, Insulin-Überproduktion und Neurotransmitter, welche Schmerzen auslösen können.

Im negativen Sinne

sind sie wesentlich anfälliger als gesättigte Fettsäuren gegenüber freien Radikalen und trans-Fettsäuren. Auch sollte man auf das Verhältnis der einzelnen ungesättigten Fettsäuren zueinander achten. So kann der einseitige Konsum von Omega-6 Fettsäuren Entzündungen hervorrufen und die lebenswichtigen Aufgaben der Omega-3-Fettsäuren unterdrücken.

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