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Steigert
Kokosfett den Cholesterinspiegel?
Ausführlichen
Informationen zu Cholesterin à
Kokosfett ist
mit 1,0 mg/100 g Cholesterin, wie alle pflanzlichen Nahrungsmittel
äußerst cholesterinarm. Als Vergleich: Butter enthält 240 mg und
frische Eier 396 mg pro 100 g. Das bedeutet nicht, dass Butter
oder Eier den Anteil des schlechten Cholesterins in die Höhe
treiben. Mehrere klinische Untersuchungen haben eindeutig
bewiesen:
►Durch das Weglassen von Butter, Eiern etc. kann man zwar
in manchen Fällen den Gesamtcholesterinspiegel etwas senken, aber
es sinkt sowohl der Anteil des „schlechten“ LDL- wie auch des
„guten“ HDL-Cholesterins. Paradoxerweise gibt es sogar Fälle, bei
denen sich durch den Verzehr von Eiern der als gut befundene
HDL-Wert verbessert.
Auch die manchmal
angeführten Tierversuche sind auf den Menschen nicht übertragbar
Zwar erhöhte sich bei Kaninchen der Serum-Spiegel
drastisch, wenn diese mit Cholesterin gemästet wurden. Als reiner
Pflanzenfresser ist dies auch wenig verwunderlich, denn Grünfutter
enthält nur minimale Spuren Cholesterin. Infolgedessen ist der
Stoffwechsel des Nagers mit hohen Cholesterinkonzentrationen aus
tierischen Produkten, völlig überfordert.
Bleiben noch die
gesättigten Fettsäuren, die im Verdacht stehen, die
LDL-Cholesterin-Synthese anzuregen
Bei allen
guten Eigenschaften könnte dies ein Grund sein, Kokosfett aus der
Liste der gesunden Fette zu streichen. Und tatsächlich gibt es
Forschungsberichte, welche die gesättigten Fettsäuren als
Mitverursacher von Gefäßschäden sehen. Viele dieser Untersuchungen
bauen auf einer einfachen mathematischen Rechnung auf: Der
altersbedingte Anstieg des Cholesterinspiegels und die erhöhte
Gefahr, im Alter an Herz- und Gefäßleiden zu erkranken, ergeben
ein höheres Risiko an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall zu
sterben.
Es gibt zwei Gründe, warum diese Formel
an den Tatsachen vorbeigeht und die Zwangssenkung sogar gefährlich
ist:
1.
Nicht der
Cholesterinspiegel und nicht das Gesamtcholesterin sind ein
Risikofaktor, sondern ein ungesundes Verhältnis zwischen dem
„bösen“ LDL-Cholesterin und dem „guten“ HDL-Cholesterin. Außerdem
ist der Cholesterinspiegel nur ein Faktor unter vielen. Wer
nur auf die Cholesterinwerte achtet, der vergisst, dass Bewegung,
Stressreduzierung, vitalstoffreiche Ernährung und weniger
denaturierte Kohlenhydrate und Fette viel effektivere
Cholesterinsenker sind.
2.
Mit zunehmendem Alter
steigt der Cholesterinspiegel automatisch an und die Gleichung
„hohes Cholesterin im Alter = erhöhtes Risiko für
Gefäßerkrankungen“ ist eher ein Mythos als eine Gefahr. Das sieht
man schon daran, dass statistisch gesehen 80% der deutschen Männer
einen zu hohen Cholesterinwert hätten. Unter dem Titel „Die
Abschaffung der Gesundheit“ erläutert der Spiegel-Autor Jörg Blech
in der Ausgabe 33/2003, wie Pharma-Firmen und Ärzte systematisch
Krankheiten erfinden um dadurch das Wachstum der Medizinindustrie
sichern. Dazu zählen auch künstlich nach unten korrigierte
Cholesteringrenzwerte.
Cholesterin ist unerlässlich für die
-
Herstellung von Gallensäure und
damit für die Fettverdauung
-
Struktur und Aufbau der
Zellmembranen, sowie deren Fluidität (Durchlässigkeit) für Nähr-
und Vitalstoffe
-
Umhüllung
der Nervenfaser mit einer Isolierschicht (Myelinscheide) und
damit für die Erhaltung der geistigen und nervlichen
Leistungsfähigkeit
-
Bildung
von Geschlechtshormonen (ohne Cholesterin kein aktives
Sexualleben)
-
Synthese
von Vitamin D, das wichtig für die Regelung des Kalzium-Haushalts
und damit für den Knochenaufbau ist
-
Synthese
von körpereigenen
Kortikoiden (u.a. Kortison, Kortisol zur Entzündungsabwehr)
Alles
Faktoren, die typischerweise mit zunehmendem Alter immer
schlechter funktionieren.
►Erhöhte Cholesterinwerte sind
deshalb nur sehr selten Ausdruck einer Fettstoffwechselstörung,
sondern vielmehr Anzeichen für einen höheren Bedarf.
„Egal, ob „freilaufende
Senioren“, Bewohner von Altenheimen oder Schlaganfallpatienten:
Alte Menschen mit viel Cholesterin im Blut leben länger als
solche mit sehr niedrigen Werten. In anderen Studien ging der
stets gepriesene niedrige Cholesterinspiegel mit erhöhten
Krebsraten einher. Auch Lungenerkrankungen, Unfälle, Selbstmorde
und andere Todesursachen nehmen zu, wenn der Cholesterinspiegel
niedrig ist“.
Quelle: „Cholesterin: die
Wissenschaft vergiftet“,
Dipl. oec. troph. Ulrike Gonder
Aber auch wenn
man der Frage nachgeht, welche gesättigten Fettsäuren den
Cholesterinspiegel anheben, muss man nach den Erkenntnissen von
Professor Martijn Katan die einzelnen Fettsäurearten differenziert
betrachten. Er verglich zusammen mit Arbeitsgruppen der
Universitäten Wageningen und Maastricht (Niederlande) 60
kontrolliert und mit hohen methodischen Qualitätskriterien
durchgeführte Stoffwechselstudien von 1970-1998, die den Einfluss
der Nahrungsfette auf die Blutfettwerte untersuchten.
Das Ergebnis:
Starke Verbesserung
durch einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren
Werden
vermehrt einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren gegessen und
dafür die Kohlenhydratzufuhr eingeschränkt, kommt es zu einer
signifikanten Verbesserung des Gesamtcholesterinspiegels. Das
„gute“ HDL-Cholesterin steigt und das LDL-Cholesterin sinkt /
é JJ
HDL,
ê JJ
LDL.
Die gesättigte
Fettsäure Stearinsäure ist neutral
Bei der
Stearinsäure (C 18:0) konnte keine erhöhende Wirkung festgestellt
werden, denn es kann im Organismus unter Einwirkung von Enzymen in
die cholesterinsenkende Ölsäure umgewandelt werden / HDL
à
K,
LDL
à K.
Geringe
Verschlechterung durch die Palmitinsäure
Werden
gesättigte Fettsäuren gegen Kohlenhydrate eingetauscht, ohne dass
es zu einer Erhöhung der Gesamtkalorienmenge kommt, erhöht die
Palmitinsäure (C 16:0) das LDL-Cholesterin etwas mehr als das
HDL-Cholesterin, so dass es bei dieser Fettsäure zu einer geringen
Verschlechterung der Situation kommt /
áJ HDL,
é LL
LDL.
Wird die Kettenlänge
der gesättigten Fettsäuren kürzer, verbessert sich die
Cholesterin-Situation
Die
Mysterinsäure (C 14:0) erhöhte das HDL stärker als das LDL und
bei der Laurinsäure war dieser Effekt sogar noch etwas
ausgeprägter /
é
JJ HDL, á L
LDL.
Weniger
Kohlenhydrate und mehr Fett senken den Triglyceridspiegel
Was sich bei allen Fettsäuren (auch den
gesättigten) verbesserte, waren die Triglyceridwerte, wenn dafür
leicht resorbierbare Kohlenhydrate reduziert wurden. Wird Zucker,
Stärke oder Alkohol nicht als Energie verbraucht, wandelt die
Leber diese in Fettsäuren um und treibt die Triglyceridwerte im
Blut in die Höhe. Dauerhaft hohe Werte dieser Neutralfette
sind ein Risikofaktor für Fettstoffwechselstörungen, der
Insulinresistenz, des metabolischen Syndroms, für ungünstige
Cholesterinwerte und der Verfettung unseres wichtigsten
Stoffwechselorgans – der Leber /
ê JJ
Triglyceridwerte.
Durch die
Erkenntnisse der Metastudie muss man die bisherigen Empfehlungen
neu formulieren
Nicht die gesättigten Fettsäuren sind für
negative Blutfettwerte verantwortlich, sondern ein hoher Konsum
einfacher Kohlenhydrate. Reduziert man diesen und nimmt mehr
einfach- und mehrfach ungesättigte Fettsäuren zu sich, reduziert
sich das Herzinfarktrisiko drastisch.
►Aber auch die im Kokosfett
in hohem Maße enthaltene Laurinsäure zeigt einen positiven Effekt,
so dass die vermehrte Zufuhr im Tausch gegen leicht resorbierbare
Kohlenhydrate sogar sinnvoll ist.
►Raffinierter Zucker erhöht aber nicht nur
Cholesterin- und Blutfettwerte, sondern fördert auch die Bildung
von Gallensteinen und die Entstehung des Dünndarmpilzes Mucor
racemosus. Dieser wird, wenn er in den Blutkreislauf übertritt,
zum Parasiten und ist laut dem Heilpraktiker Henning Müller
Burzler „letztendlich an der Entstehung der Arteriosklerose durch
Cholesterin-, Eiweiß- und Kalkablagerungen in den Gefäßwänden
stark beteiligt“ (Quelle: „Auf
den Spuren der Methusalem-Ernährung, Windperd-Verlag 2004“)
c)
Tierische Fette – Ursache für erhöhtes Cholesterin?
In tierischen Produkten finden sich die höchsten Konzentrationen
an langkettig gesättigten Fettsäuren, die die körpereigene
Cholesterinsynthese stimulieren. Muss man deshalb tierische
Produkte grundsätzlich meiden, wie es die landläufige Meinung ist?
Geht es allein um die Fettsäurenzusammensetzung, erscheint diese
Empfehlung fraglich. Nach Meinung vieler Experten sorgt beim
Olivenöl der hohe Anteil von einfach ungesättigten Fettsäuren
(70-80% Ölsäure) für die Senkung des Cholesterinspiegels. Diese
ist aber im Fleisch auch in einer hohen Konzentration enthalten.
Fettreicher Schweinebauch hat folgende
Fettzusammensetzung (alle Angaben pro 100g):
Langkettig ungesättigte Fettsäuren: 300mg Mysterinsäure
(14:0), 5,01g Palmitinsäure (16:0) 3,69g Stearinsäure (18:0), 55mg
Arachinsäure (20:0). Gesamt: 9,06g
Einfach ungesättigte Fettsäuren: 370mg Palmitoleinsäure
(16:1), 9,16g Ölsäure (18:1), 250mg Eicosensäure (20:1).
Gesamt: 9,78g
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren: 950mg Linolsäure (18:2),
71mg Linolensäure (18:3). Gesamt: 1,02g
Lässt man die gesättigte Stearinsäure (18:0), die sich neutral auf
den Cholesterinspiegel auswirkt unberücksichtigt, hat der Schweinebauch folgendes
Fettsäurenverhältnis:
-
5,37g
gesättigte Fettsäuren
-
9,78g einfach ungesättigte Fettsäuren
-
1,02g mehrfach ungesättigte Fettsäuren
Erstaunlicherweise hat also der
Schweinebauch (ohne die neutrale Stearinsäure) ca. doppelt soviel
ungesättigte Fettsäuren wie gesättigte, die nach allen
wissenschaftlichen Erkenntnissen die Konzentration an "schlechtem"
Cholesterin im Blut senken. Dies ist kein Einzelfall, sondern bei
Fleisch die Regel. Diese differenzierte Unterscheidung ist im
Ernährungsalltag aber nicht Praxis. Wohl darum, weil die
Aufklärung zu einer erheblichen Verwirrung beitragen würde und
einmal gefasste Ernährungsempfehlungen, wenn überhaupt, nur
äußerst zögerlich korrigiert werden.
Dies
bedeutet nicht, dass der Verzehr von tierischen Produkten keine
Probleme im Bereich der Ethik, Gesundheit und des Umwelt- und
Tierschutzes aufwirft.
Betrachtet man aber nur die
Zusammensetzung der Fettsäuren, ist der negative Einfluss auf den
Organismus mehr eine Frage wie man das Fett weiterverarbeitet.
►Der
kommerzielle Faktor spielt in der heutigen
Ernährung eine übergeordnete Rolle. Statt naturbelassener Fette
werden immer mehr technisch intensiv veränderte Fette in
die Produkte eingearbeitet (sowohl in tierische wie in
pflanzliche). Es verändert sich dadurch nicht nur die Fettstruktur
- das Fett verliert auch seine Mikronährstoffe.
►Es ist „totes“
Fett, welches aufwendig verstoffwechselt werden muss und die
körpereigenen Vitalstoff- und Enzymdepots leert. Fehlen diese
„Aufräumer
und Umwandler“
nach jahrelanger Fehlernährung, bricht schließlich der
Fettstoffwechsel langsam aber sicher zusammen.
„Das Fett im Essen erhöht das Fett im Blut (den
Cholesterinspiegel); und viel Fett im Blut macht die Adern kaputt
(Arteriosklerose); und Arteriosklerose macht irgendwann
Herzinfarkt. Doch dann höre ich von den afrikanischen Massai: Die
essen so viel Fett wie wahrscheinlich kein Volk sonst in der Welt
(60 Prozent Fettkalorien) und leiden viel seltener an
Arteriosklerose als all die fettarmen Joghurt löffelnden
Amerikaner“.
Quelle: Chrismon, evangelisches Online-Magazin, „Das Fett
bleibt dran!“, Wissenschaftsredakteurin Christine Holch.
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