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Ölpressung ohne
Sauerstoff,
Licht und
Hitze

Broschüre über die
lebenswichtigen und
Funktionen
der Fettsäuren
und welche uns krank
machen

 

 

Der Mythos vom bösen Fett

Fette vermeiden, nicht in die Fettfalle tappen, das Fett absaugen, tierisches Fett weglassen, beim Einkauf auf den Fettgehalt achten oder den anteiligen Körperfettgehalt senken. Kein anderes Lebensmittel weckt so viel Misstrauen und bei keinem anderen wird auf breiter Front suggeriert, dass es der ultimative Bösewicht ist, den man bekämpfen muss.

Hier einige Beispiele warum Fett das ernährungstechnische Sorgenkind ist:

  • Fette führen zu Übergewicht und sind verantwortlich für Fressorgien
     
  • Fette verstopfen unsere Arterien und fördern Arteriosklerose, sowie das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko
     
  • Fette verschlechtern die Insulinfunktion und begünstigen damit die Insulinresistenz
     
  • Fette wirken sich ungünstig auf die Blutfettwerte aus und sind ein hoher Risikofaktor für fast alle Stoffwechselerkrankungen
     
  • Fette rauben uns Energie, verschlechtern die Gehirnfunktion und behindern die Entwicklung des Gehirns
     
  • Fette fördern die Leberverfettung oder gar eine Lebererkrankung
     
  • Fette (trans-Fettsäuren, oxidierte Fette) mindern die Leistung des Immunsystem, fördern Krebserkrankungen und schädigen das genetische Material (DNA)
     
  • Fette, wie die Arachidonsäure und die Linolsäure, fördern Entzündungen (z.B. Hauterkrankungen, Allergien, Rheuma, Arthritis)
     
  • Fette bringen das Hormonsystem durcheinander und beeinträchtigen die Funktion der Fortpflanzungsorgane von Mann und Frau

Fett kann anscheinend wenig positive Punkte sammeln. Wissenschaftler entwickeln deshalb zurzeit Fette, die ohne dass sie die Zellen auffüllen wieder ausgeschieden werden. Nach dem koffeinfreien Kaffee, der zuckerlosen Süße (Süßstoffe) nun das kalorienreduzierte Fett. Damit wären alle Fett-weg-Tipps unnötig und das Problem ein für alle Mal gelöst.

Bekanntlich gibt es aber keine Bewegung ohne Gegenbewegung

Einige Wissenschaftler sehen nicht nur die negativen Auswirkungen von Fett, sondern messen ihnen eine große Bedeutung zu. Sie haben z.B. herausgefunden, dass unser Gehirn mit einem Anteil von 50% unser fettreichstes Körperteil ist.
 
Was wird aus unserem wichtigsten Organ, wenn es nicht laufend Nachschub an lebensnotwendigen Fettsäuren erhält?

Hierzu ein Zitat von Joseph Hibbeln Biochemiker und Psychiater der amerikanischen Gesundheitsbehörde "National Institutes of Health" in Washington.

„Da die Membranen unserer Nervenzellen im Gehirn zu einem Fünftel aus essenziellen Fettsäuren bestehen", sagt Hibbeln, "funktioniert der Signaltransport nur dann wie geschmiert, wenn Omega-3 und Omega-6 in der richtigen Kombination vorkommen. Und eine Omega-3-arme Ernährung geht zudem mit einer geringen Produktion des Neurotransmitters Serotonin einher. Niedrige Serotonin-Konzentrationen sind aber für schwere Niedergeschlagenheit typisch“.

 
Quelle: GEO Wissen  09/03, „Gefährliche Mahlzeiten“,
Joseph Hibbeln

Wenn man also bei einer fettarmen Ernährungsweise über einen längeren Zeitraum auch die essentiellen Fettsäuren ausklammert, sind Gedächtnisschwäche, Konzentrationsschwierigkeiten, starke Stimmungsschwankungen und sogar Depressionen die Folge. Ist durch die Fettreduktion erst einmal das emotionale Gleichgewicht gestört, ist es für einen Stress- oder Frustesser fast nicht mehr möglich, gegen die Essattacken anzukämpfen. Übergewicht durch den Mangel an essentiellen Fettsäuren – eine neue Sicht, aber eine der Ursachen für Heißhunger und Abnehmkrisen.

"Die Mediziner um Joanne F. Dorgan vom Fox Chase Krebszentrum in Philadelphia (USA) hatten die Heranwachsenden über die ganze Pubertät hinweg regelmäßig nach ihren Essgewohnheiten befragt und die Konzentrationen wichtiger Sexualhormone bestimmt. Dabei zeigte sich, dass eine fettarme Ernährung mit deutlich geringeren Hormonspiegeln verbunden ist".

 

Quelle: Ulrich Dewald, „Fettarme Diät beeinflusst Hormonhaushalt von Mädchen“, Wissenschaft.de, 01.2003 

Besonders schlimm ist eine fettreduzierte Diät in der Schwangerschaft und in der Stillzeit (was gar nicht so selten vorkommt). Der Fötus und Säugling braucht große Mengen ungesättigter und langkettiger Fettsäuren für das Wachstum, den Nervenaufbau, die Funktion des Gehirns und für die Entwicklung der Augen. Zunächst leeren sich die mütterlichen Speicher, durch das sich das Risiko für depressive Phasen der Mutter erhöht. Sind diese Speicher geleert, steigt die Gefahr einer Fehlgeburt und für Störungen der frühkindlichen Entwicklung.

Ein Verzicht auf fettreiche Lebensmittel bedeutet auch ein Verzicht auf die lebenswichtigen fettlöslichen Vitamine A, D, E, K, denn dort sind sie am reichhaltigsten enthalten. Ein Mangel an Vitamin A führt z.B. zu Sehstörungen und Funktionsstörungen von Haut und Schleimhäuten. Vitamin D ist mitverantwortlich für den Calcium- und Knochenstoffwechsel. Vitamin E ist einer unserer wichtigsten Radikalenfänger und schützt uns so vor zerstörerischen Angriffen auf die Zellen. Vitamin K wird vom Körper für die Knochenbildung, die Blutgerinnung und Wundheilung benötigt.

Darüber hinaus sind Fettsäuren, sowie die fettlöslichen Vitamine Teamspieler, die sich gegenseitig bei lebenswichtigen Funktionen und im Stoffwechselgeschehen unterstützen. Auch hier lässt sich übrigens eine Brücke zu Übergewicht schlagen. Fehlen essentielle Fettsäuren und Vitamine, bedeutet dies für den Körper eine Bedrohung und wir fühlen uns solange „hungrig“, bis die erforderlichen Vitalstoffe zugeführt sind. Dies ist übrigens kein ungewöhnliches Verhalten. Wenn freilebende Tiere krank werden oder ihnen Vitamine oder Mineralien fehlen, fressen Sie instinktiv genau die Wildkräuter, die ihnen zur Gesunderhaltung fehlen. Es wurde auch beobachtet, dass Tiere des Öfteren mineralstoffreiche Erde zu sich nehmen, um Mangelerscheinungen auszugleichen. Im Unterschied zu uns Menschen ist dies allerdings ein bewusster Vorgang und auf die benötigte Menge beschränkt.

Wer trockene und stumpfe Augen hat, dem fehlen Fettsäuren. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind für die Bildung der Fettschicht in der Tränenflüssigkeit erforderlich und lassen die Augen strahlen. Eingefallene Augen entstehen dadurch, dass bei starker Abmagerung oder nach langer Krankheit der Fettkörper hinter den Augen schwindet. Dadurch lässt auch die Sehkraft nach, da der Augapfel nicht mehr in der optimalen Position ist.

„Die Funktion aller Sinnesorgane, auch Geruch und Geschmack, wird beeinflusst von der Elastizität des Gewebes und der Spannkraft, der elektrischen Dipolarität, an deren Aufrechterhaltung die schwefelhaltigen Eiweißstoffe zusammen mit den lebensnotwendigen hochungesättigten Fetten erheblichen Anteil haben. Sicher spielen noch zahlreiche andere Funktionen außerdem eine Rolle. Nur der fundamentale wichtige konstituierende Anteil Fett ist bis heute bis zum äußersten gefährdet und damit der elementarste Vorgang bei der Funktion aller Sinnesorgane“.

 

Quelle: Dr. Johanna Budwig, „ Das Fettsysndrom“,

Hyperion, 1994

Kann man mit einer Niedrigfett-Diät den Cholesterinspiegel senken?

Dies ist für 85% der Menschen nicht möglich, da es im Körper einen „Ein- und Ausschalter“ für die erforderliche Cholesterinmenge gibt. Wenn sehr viel Cholesterin über die Nahrung aufgenommen wird, nimmt der Körper weniger Cholesterin im Darm auf und reduziert zusätzlich die körpereigene Cholesterinherstellung. Aber auch wenn durch eine fettarme Ernährung das Gesamtcholesterin nach unten geht, bedeutet dies noch keine Risikominderung, da auch das „gute“ und herzschützende HDL-Cholesterin abnimmt. Unter dem Strich bringt diese Art der Cholesterinsenkung überhaupt nichts, erhöht jedoch das Risiko für andere Erkrankungen.

 „Wir wären glücklich, wenn eine einzige medizinische, kontrollierte Untersuchung vorgelegt werden könnte, die zeigen würde, dass Menschenleben durch die Senkung von Cholesterin gerettet werden. Es fällt dagegen nicht schwer, zehn Studien herauszusuchen, die zei-gen, dass eine Senkung des Fettes eher sogar mit einer höheren Sterblichkeit einhergeht."

 

Der Kardiologe Prof. Dr. med. Harald Klepzig

Solche Zusammenhänge und Wechselwirkungen können für fast alle Körperfunktionen festgestellt und durch wissenschaftliche Studien belegt werden. Das Durcheinander über die negativen und positiven Effekte von Ölen und Fetten entsteht durch unvollständige und oft auch durch manipulierte Informationen. Auf den folgenden Seiten soll deshalb zunächst die lebenswichtige Bedeutung der Fettsäuren auf bestimmte Organe und Körperfunktionen zusammengestellt werden.

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