Was zeichnet eine (fett)-gesunde
Ernährung aus?
Sie baut auf
dem auf, was unsere
Vorfahren aufgrund der klimatischen Bedingungen als
Nahrungsgrundlage vorgefunden haben. Für einen in extrem kalten
Klimazonen lebenden Menschen kann ein hoher Anteil an
Fisch und
Fleisch durchaus „artgerecht“ sein. So wie wir saisongerecht Obst
oder Gemüse verzehren sollten, müssen sich Menschen in kalten
Regionen saisongerecht von Fleisch und Fisch ernähren.
►In
sonnenverwöhnten Gegenden gibt es dagegen viele Kulturen, die
(wenn sie es wollen) sich rein vegetarisch oder mit sehr wenig
Fleisch ernähren können.
In
Mitteleuropa leben wir mit dem Wechsel der Jahreszeiten und in
einer gemäßigten Klimazone. Das heißt, das Nahrungsangebot bestand
aus wild wachsenden Pflanzen, wilden Tieren und Fischen. Ackerbau,
der in China bereits 10.000 vor Christus betrieben wurde, war in
Europa bis ca. 2.000 vor Christus unbekannt und auch die Viehzucht
ist nur unwesentlich älter. Ferner entwickelte sich die
Landwirtschaft und die Viehzucht in kleinen Schritten und ersetzte
das Sammeln, Fischen und Jagen nur schrittweise.
►Laut Prähistorikern kannten unsere Vorfahren noch über tausend
verschiedene genießbare Pflanzensorten. Dieser altertümliche
„Supermarkt“, zusammen mit Wildfleisch und Fisch waren zu 99,5 %
unserer Entwicklungsgeschichte die einzigen Nahrungsmittel des
Menschen. Diese gesicherten Faktoren sind die Basis für eine
ideale Nährstoffzusammensetzung für den Menschen.
Von welcher Fettsäurenmischung
profitiert der menschliche Körper am meisten?
Was wildes
Gemüse, Wurzeln, Knollen, Pilze, Kräuter, Nüsse, Samen und Früchte
auszeichnet, ist der reiche Gehalt an einfach und mehrfach
ungesättigten Fettsäuren. Der Anteil beträgt durchschnittlich ca.
90%. Das heißt: Wenig gesättigte Fettsäuren und ein insgesamt
sehr günstiges
Omega-9, Omega-6 und Omega-3
Verhältnis.
Das gleiche
gilt für Wildfleisch. Im Gegensatz zu unseren heutigen Stalltieren
ernähren sich wildlebende
Weidetiere, Hasen oder Hirsche
von dem, was die Natur an
Artenvielfalt zu bieten hatte.
►Da die Art des
Futters ganz entscheidend die Fettsäurezusammensetzung des
Fettgewebes beeinflusst,
überwiegen auch hier mit 60-70% die ungesättigten Fettsäuren und
auch die Omega-3 Fettsäuren sind in hohem Maße
vorhanden. Nicht zu vergessen, auf der Speisekarte unserer
Vorfahren stand fettreicher Fisch, der bekannt ist für seinen
vorteilhaften Omega-3 Gehalt.
Folgendes Verhältnis der
Fettsäuren ergibt sich aus der Ernährung unserer Vorfahren im
Vergleich zu der heutigen Ernährung.
An dieser
Gegenüberstellung kann leicht abgelesen werden, dass der
Fettanteil in der Ernährung unserer Ahnen nicht unbedingt
niedriger war als heute. Allerdings legte ein Neandertaler auch
täglich für die
Nahrungsbeschaffung, bis zu 50 km zurück und die kalten
Temperaturen sorgten ebenfalls für eine ausgeglichene
Kalorienbilanz.
►Das
wesentliche Problem liegt aber nicht am Fettverbrauch, sondern wie
bereits erwähnt in der veränderten Fettzusammensetzung und an der
drastischen Zunahme
leicht resorbierbarer Kohlenhydrate.
„Auch das "amerikanische
Paradoxon" spricht gegen die simple Hypothese vom Fett als
Dickmacher: In den USA sank der durchschnittliche Fettanteil im
Essen von 40 auf 34 Prozent der Kalorien. Gleichzeitig
verdoppelte sich die Zahl der
Übergewichtigen,
Herzinfarkte
wurden nicht seltener, und
Diabetes nahm epidemisch zu“.
Quelle: Die Zeit, „Fette Lügen“
von Ulrike Gonder
Fleisch
- zumindest in der Fettsäurenzusammensetzung besser als sein Ruf
Bei Fleisch
denkt jeder sofort, dass die ungeliebten gesättigten Fettsäuren
überwiegen. Das stimmt jedoch nicht. Auch hier gilt: Je
natürlicher ein Produkt ist, desto gesünder ist in der Regel auch
die Fettsäurenzusammensetzung. Fleisch hat im Durchschnitt pro
100g zwar 5,8g gesättigte Fettsäuren, aber auch 6,7g einfach
ungesättigte und 0,5g mehrfach ungesättigte. Unter dem Strich sind
also einfach ungesättigte Fettsäuren, aus denen Olivenöl
hauptsächlich besteht, am meisten vertreten. Untersuchungen haben
gezeigt, dass die Verteilung der Fettsäuren sich nochmals
verbessert, wenn die Tiere nicht mit Fertigfutter gefüttert
werden, sondern Zugang zu frischem Grünfutter haben. Dann steigt
der Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren.
Mehr zu Fleisch à
Um es auf den Punkt zu bringen:
Wenn man Fleisch und Fisch isst, dann am besten von
wildlebenden Tieren und Zuchttieren aus Weidehaltung. Ansonsten
mehr Nüsse, Gemüse, Früchte, Pilze, wildwachsende Pflanzen und
mehr Omega-3-haltige Speiseöle.
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